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Rassismus: Bücher, Filme, Podcasts: Tipps zum Verstehen von Rassismus

Mit der Black-Lives-Matter-Bewegung ist weltweit eine Diskussion um Rassismus entbrannt. Viele Menschen hinterfragen rassistische Strukturen und rassistisches Denken in unserer Gesellschaft – auch bei sich selbst. Mit diesen Tipps können Sie lernen, Rassismus zu verstehen und zu beenden. 

Eine Demonstration gegen Rassismus in Paris

Eine Demonstration gegen Rassismus in Paris

AFP

Der Tod von George Floyd ging um die Welt. Ein Video zeigt, wie der 46-Jährige durch eine gewaltsame Festnahme getötet wurde. Seine Worte "I can't breathe" wurden von Demonstrantinnen und Demonstranten weltweit auf die Straße getragen. Auch andere Todesfälle von Schwarzen in den USA durch Polizeigewalt, wie der von Breonna Taylor im März, gerieten in den Fokus der Proteste. Viele weiße Menschen protestierten ebenfalls gegen Rassismus – und wollen lernen und erfahren, wo Rassismus existiert, wie er sich anfühlt und wie man ihn Bekämpfen kann. Der stern hat dazu einige Tipps für Bücher, Filme, Dokumentationen, Tests und Podcasts zusammengesammelt.

Bücher 

"Deutschland Schwarz Weiß", Noah Sow (Books on Demand, 12,95 Euro): Grundwissen zum Thema Alltagsrassismus, ungeschminkt humorvoll aufgeschrieben.

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"Sprache und Sein", Kübra Gümüsay (Hanser Berlin, 18 Euro): wie Sprache unser Denken prägt und die Politik bestimmt.

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"Die Herkunft der Anderen", Toni Morrison (Rowohlt, 16 Euro): der Klassiker über Rasse, Rassismus und Literatur.

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"exit Racism", Tupoka Ogette (Unrast Verlag, 12,80 Euro): Die Autorin begleitet Leser durch Geschichte und Alltag des Rassismus, mit vielen Tipps zu Literatur und Videos.

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"Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche", Reni Eddo-Lodge (Tropen Verlag, 10 Euro): Das Buch der Autorin, Journalistin und Bloggerin Eddo-Lodge zeigt auf, was es bedeutet weiß zu sein und wo struktureller Rassismus herrscht. 

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Für Kinder

"Rosa Parks" (Insel, 13,95 Euro): Das Buch der Reihe „Little People, Big Dreams“ erzählt die Geschichte der Bürgerrechtsaktivistin in den USA – für Kinder ab fünf Jahre.

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Podcasts 

"Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau" (Margot Overath, fünf Teile): Podcast über den unaufgeklärten Tod eines afrikanischen Asylbewerbers 2005 in Polizeigewahrsam in Dessau. Abrufbar in der ARD-Audiothek, bei Apple und Spotify).

"Tupodcast": Die afrodeutsche Anti-Rassismustrainerin und Aktivistin Tupoka Ogette interviewt in ihrem Podcast schwarze Politikerinnen, Journalistinnen und Autorinnen. Themen sind unter anderem das Leben, Kämpfen, Lieben und Rassismus. Zu hören auf ihrer Website oder über Spotify. 

"Gedankensalat": Die Podcasterinnen Delal und Erva sprechen über Themen wie veganen Lifestyle und Minimalismus, aber auch über Rassismus im Alltag und Interreligiösität. Zu hören bei Spotify. 

"Kultur Karambolage": Der Podcast des bikulturellen Elternpaares Justine und Renato beschäftigt sich mit dem Mix von angolanischer und deutscher Kultur, Rassismus und Vorurteilen, aber auch mit positiven Momenten. Zu hören bei Spotify und Apple. 

Dokus

"Die Arier", Mo Asumang: Mo Asumang hat einen vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilm über den Begriff "Die Arier" gedreht, zu finden auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung.

"Der NSU-Komplex", Stefan Aust und Dirk Laabs: Die Dokumentation "Der NSU-Komplex" zeigt den erschreckend systematischen Rassismus, der jahrelang verhinderte, dass der rechtsterroristische Hintergrund der NSU-Morde aufgeklärt wurde. Zu sehen bei der ARD und auf Netflix. 

"Der 13.": Netflix-Doku über die Kriminalisierung von Afroamerikanern und den starken Anstieg der US-Gefängnisbevölkerung. 

Spielfilme und Serien 

"Dear White People": Auf Netflix läuft die Comedy-Serie über schwarze Studenten an einer weißen Eliteuni.

"Green Book": Ein kultivierter afroamerikanischer Pianist engagiert einen proletenhaften weißen Fahrer für seine Konzerttour im von Rassentrennung beherrschten Süden der USA. Zu sehen unter anderem auf Netflix, YouTube, Google Play und Amazon. 

"Selma": Der Film erzählt von der Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King und dem Kampf für das Wahlrecht für afroamerikanische US-Bevölkerung. Auf YouTube, Google Play und Amazon verfügbar. 

"Hidden Figures": Der Film erzählt die Geschichte von drei afroamerikanischen Frauen bei der Nasa, die trotz Rassismus und Sexismus zu den brillanten Köpfen hinter dem ersten US-Astronauten aufsteigen. Zum Streamen bei Netflix, Google Play, Amazon und YouTube. 

"The Hate U Give": Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: Sie lebt in eine schwarzen Viertel und geht auf eine Privatschule, die mehrheitlich weiße Privilegierte besuchen. Als ihr bester Freund von einem Polizisten erschossen wird, gerät sie zwischen die Fronten – und muss sich entscheiden. Verfügbar auf Amazon, Google Play und YouTube. 

"When They See Us": Die Netflix-Miniserie basiert auf den Ereignissen rund um die Vergewaltigung einer 28-jährigen Frau in New York. Fünf afroamerikanische Teenager werden der Tat angeklagt – obwohl sie unschuldig sind. 

 

Tests 

White-Privilege Checklist, Die Checkliste – Beispiele weißer Selbstverständlichkeit: Peggy McIntosh, 85, arbeitet seit den 50er-Jahren als ­Wissenschaftlerin gegen ­Diskriminierung in den USA. Ihre Checkliste der weißen ­Privilegien besteht aus 50 Sätzen – eine Auswahl:

1. Mein Name ist kein Problem bei einer Bewerbung.

2. Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass meine Nachbarn mir neutral oder freundlich gegenübertreten.

3. Menschen wie ich sind ­regelmäßig und zu allen Themen im Fernsehen und auf den Titelseiten zu sehen.

4. Wenn mir von der Geschichte des Landes oder von „unserer Zivilisation“ erzählt wird, kommen Menschen wie ich vor.

5. Ich kann sicher sein, dass im Lehrplan meiner Kinder Menschen ihrer Hautfarbe oder Religion vorkommen.

6. Ich muss mit meinen Kindern nicht über Rassismus sprechen, um sie im Alltag vor Gewalt zu schützen.

7. Ich kann Außergewöhnliches leisten, ohne sofort als Vorbild für Menschen wie mich zu gelten.

8. Ich werde niemals aufgefordert, für alle Menschen ­meiner Hautfarbe zu sprechen.

9. Ich kann reisen, ohne mich unwohl zu ­fühlen.

10. Ich kann einen Job ­annehmen in einem Unternehmen mit Diversitäts-­Strategie, ohne dass Leute ­tuscheln, ich habe ihn nur ­wegen meiner Hautfarbe bekommen.

11. Ich kann überall Post­karten, Bücher und Spielzeuge kaufen, die Menschen zeigen, die wie ich ­aussehen.

12. Wenn ich mit "einem ­Vorgesetzten" sprechen will, gehe ich davon aus, dass er meine Hautfarbe hat.

Selbsttest der Universität Harvard: Bei diesem Test müssen Begriffe und Porträtfotos von weißen und schwarzen Kindern in jeweils zwei Kategorien zugeordnet werden. Der Assoziationstest soll zeigen, ob man weiße oder schwarze Kinder automatisch bevorzuge. Hier geht es zum Test (auf Englisch).

Neues Video von George Floyds Verhaftung: Passanten flehen Polizisten an

Social Media

Rachel Cargle 

Die Journalistin, Aktivistin und Autorin klärt auf Instagram über Rassismus auf. Auf ihrem Profil schreibt sie: "Aufbau eines intellektuellen Erbes durch Lehren, Geschichtenerzählen und kritischen Diskurs." Dabei klärt sie auch über rassistische Sprache auf. 

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Good Morning 🌞 Just another quick Saturday School lesson for you, loves. • This is a dissection of a comment from a white woman who was upset that I had called out another white woman in a previous Saturday school post. Please see below: • 1. Dismissing the truth of what was said to insist that her wishes take precedence. . 2. She is leaning on the idea that intentions hold more weight than the impact. I use what I was taught: If you accidentally step on someone’s foot, you don’t ever say “Oh stop crying that wasn’t my intention” You apologize, acknowledge the pain you caused and exist more carefully and intentionally. . 3. White people only perceive racism as something “malicious”. The idea that if you haven’t lynched anyone you haven’t participated in white supremacy. Through ongoing & often dismissed micro aggressions, racism has found its everyday existence in the lives of black people.l on scales small (saying natural hair doesn’t qualify as professional or friends saying “you’re not REALLY black” to insist blackness is bad & they dont see you as THAT) . 4. She magically turns that white woman into a victim based on her “imagination” ignoring the very real and tangible hurts she’s caused and I had expressed. . 5. “Blah, blah, blah” white apathy language for “none of these things have ever factored into whether I get to survive or not in this world”. . 6. She then instructs ME on how I should be handling the racism. Have women ever been told that they need to correct all the #metoo men in private? . 7. It is common in white fragility for white women to be infantilized — or made to be considered innocent & in need of rearing instead of accountability. This is in direct relation to the adultification of black children. Google that. Also YES my mama corrected me in public often and loudly! . 8. She closes her statement with elitism braided into an “approximation to blackness” claim that she assumes sets her up as a viable voice in the black fight for liberation. • If you enjoy learning from me consider joining me & the over 20k other curious humans over at my donation based monthly learning platform @thegreatunlearn. • Happy Weekend Ya’ll! Tag a friend.

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privtoprog 

Das Projekt "From Privilige to Progress" von Michelle Saahene und Melissa DePino begann mit einem Internetvideo. In einem Café wurden zwei schwarze Männer verhaftet, weil sie keinen Kaffee kauften. Saahene meldete sich zu Wort und DePino twitterte ein Video davon, welches viral wurde. Mit "From Privilege to Progress" kämpfen sie gegen Rassismus in den USA, indem sie "alle Amerikaner auffordern, sich dem Weg zum Antirassismus anzuschließen": durch Lernen, Stimmen zu erheben und die Stimmen von People of Color in den sozialen Medien zu verstärken.

Berichte 

"Being Black in the EU": Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) hat im Jahr 2018 einen ausführlichen Bericht über Rassismus und rassistisch motivierte Gewalt veröffentlicht. Er kommt zum Schluss, dass Polizeikontrollen oftmals als Racial Profiling empfunden werden, die Hautfarbe den Zugang zu Wohnraum beeinflusst und Rassismus in allen Lebensbereichen vorkommt. Hier der Bericht zum Nachlesen (auf Englisch).


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rw / Cornelia Fuchs