HOME

Bundeskanzlerin beim Deutschen Seniorentag: Merkel setzt sich für ältere Arbeitnehmer ein

Nach Bundespräsident Gauck und Familienministerin Schröder sprach nun die Kanzlerin beim 10. Deutschen Seniorentag vor vollen Rängen. An Wahrnehmung in der Politik mangelt es den Älteren nicht.

Von Mirko Zapp

Wir kommen um einem Punkt nicht herum", ist Bundeskanzlerin Merkel überzeugt, "dass die Lebensarbeitszeit nicht kürzer werden kann, sondern graduell länger werden muss, damit die Jüngeren in die Lage versetzt werden, im Umlageverfahren weiter für die Älteren sorgen zu können." Die Rente mit 67 hält Merkel für eine schlichte Notwendigkeit und bekommt dafür nur wenig Applaus auf dem 10. Deutschen Seniorentag. Aber diesen nimmt sie gern und freut sich, dass wenigstens einige der Besucher ihre Einsicht teilen.

Interessant findet sie, "dass über diese Entwicklung viele sehr besorgt sind, die selber gar nicht mehr im Berufsleben stehen.“ Denn tatsächlich tritt die Rente mit 67 erst im Jahre 2029 vollends in Kraft. Dieses Faktum erstaunt nicht wenige im Saal, vor allem hat die Bundeskanzlerin hier wohl noch Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Rente ab 67 ist für die Senioren gefühlt bereits im vollen Umfang eingeführt.

Eine stillschweigende Rentenkappung will Merkel dagegen nicht hinnehmen. Die steigende Anzahl der Berufstätigen über 55 Jahren sei gut, aber auch notwendig, damit die Rentenreform nicht zu einem Kürzungsprogramm werde. Die Nachfrage nach älteren Arbeitnehmern in der Wirtschaft müsse weiter steigen. Es könne nicht sein, dass händeringend nach Fachkräften gesucht werde, während Arbeitnehmer über 55 nicht mehr eingestellt würden. "Damit werde ich mich nicht abfinden", so Merkel.

Freiwilliges Engagement statt Pflichtjahr

Weiter setzt Merkel auf freiwilliges Engagement, auf den Willen der Älteren, sich zu beteiligen. Von einem sozialen Pflichtjahr hält sie dagegen nichts. "Niemand möchte etwas verpflichtendes einrichten", so Merkel, "aber an freiwilligen Angeboten kann es mehr geben."

Konkrete Konzepte gibt es bisher wenige, Merkel sieht den demografischen Wandel als Herausforderung und ihre Demografieexperten sollen entsprechende Lösungen erarbeiten. Hier sieht sie aber auch Vereine und Verbände wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen BAGSO in der Pflicht.

Das Angebot zur Beteiligung würde von Seiten der Älteren gern angenommen, meint Merkel, und müsse von der Politik erster genommen werden. Bei ihrem bundesweiten Aufruf, sich mit Vorschlägen und Ideen an der Gestaltung des demografischen Wandels zu beteiligen, wurden 11.000 Ideen eingereicht. Ausgehend von der Gesamtbevölkerung sind das 0.013% - verbesserungsfähig ist auch das.

Themen in diesem Artikel