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Beinahe-Tränen bei Flüchtlingsstory Netz feiert Claus Kleber für seinen "Frosch im Hals"


Gefühle haben eigentlich keinen Platz im seriösen News-Business. Dass es auch anders geht, stellte jetzt ZDF-Anchorman Claus Kleber unter Beweis - und erntet jede Menge positives Feedback.

Claus Kleber ist ein Veteran im Nachrichtengeschäft und einer der beliebtesten Moderatoren des Landes. Seit 1986 arbeitet er für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und war unter anderem mit der Live-Berichterstattung über die Terroranschläge vom 11. September 2001 betraut.

Doch am Mittwochabend im "Heute Journal" (ab Minute 21:06) musste der 59-Jährige mit sich ringen, vor laufenden Kameras nicht zu emotional zu werden. Was war passiert? Kleber berichtete - zunächst in gewohnter Souveränität - vom Busfahrer Sven Latteyer aus Erlangen, der kürzlich 15 Flüchtlinge in Begleitung zweier Betreuer persönlich in seinem Linienbus begrüßte. Kurzerhand hatte sich Latteyer das Bordmikrofon geschnappt und ein paar Worte an die Flüchtlinge gerichtet. Bei der Geschichte griff Kleber auf das Online-Magazin "Krautreporter" zurück, das auf einen Bericht des Internetportals nordbayern.de verwies. 

Augenzeugen zufolge war es Latteyer ein persönliches Anliegen, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. "Willkommen in Deutschland, willkommen in meinem Land, haben Sie einen schönen Tag!", hieß er, dessen eigener Schwager 1999 vor den Kriegswirren aus dem Kosovo nach Deutschland geflohen war, die Flüchtlinge auf Englisch willkommen.

Das Netz feiert Klebers "Ausrutscher"

Angesichts dieser Szenen wurde Klebers Stimme brüchig. Er schien nur allzu erleichtert, als seine Kollegin Gundula Gause für ihn übernahm und weiter durch die Sendung führte.

Die Reaktion der Netzgemeinde ließ nicht lange auf sich warten. Kleber erhielt massenweise Zuspruch für seinen menschlichen "Fauxpas" . Auf seinem persönlichen Twitter-Profil entschuldigte sich der ZDF-Anchorman am Donnerstag für sein "nicht sehr professionelles" Verhalten, bedankte sich aber auch für das Lob, das er von vielen Seiten erhalten hatte. In einem anderen Tweet schrieb er: "Seltsam. So viel versendet sich. Dann springt einem mal ein Frosch in Hals - whoom macht das Netz Aber nett.“

Kleber sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Ich würde mich schon sehr freuen, wenn die kleine Meldung dazu führen würde, dass ein paar Menschen bei alltäglichen Begegnungen ähnlich handeln wie dieser tolle Busfahrer Sven Latteyer. In einem fremden Land kann schon ein "Hi, how are you" oder ein "welcome" den Tag verändern." 

lst

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