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Abou-Chaker-Prozess Geheime Chatnachrichten stellen Anna-Maria Ferchichis Aussage infrage

Im Rampenlicht: Anna-Maria Ferchichi und Bushido
Im Rampenlicht: Anna-Maria Ferchichi und Bushido (ein Foto von der Bambi-Verleihung aus dem Jahr 2011)
© Frank Rumpenhorst / DPA
Dem stern liegen exklusiv Whatsapp-Nachrichten zwischen Anna-Maria Ferchichi und dem Hauptangeklagten und Clan-Chef Arafat Abou-Chaker vor. Sie lassen an Ferchichis Aussage vor Gericht zweifeln.

Chatnachrichten rücken die Aussage von Bushidos Frau, Anna-Maria Ferchichi, im Berliner Clan-Prozess in ein neues Licht. Dem stern liegen Whatsapp-Nachrichten zwischen Ferchichi und dem Hauptangeklagten Arafat Abou-Chaker exklusiv vor. Sie legen ein vertrautes Verhältnis zwischen Abou-Chaker und Ferchichi nahe. Die Nachrichten stehen im Widerspruch zur Aussage von Anna-Maria Ferchichi im Prozess am Mittwoch. Dort sagte sie: "Arafat hat unser ganzes Leben bestimmt." 

Vor Gericht schilderte Ferchichi, dass Arafat Abou-Chaker sich in ihre und Bushidos Privatsphäre einmischte, etwa bei Entscheidungen über Bauarbeiten auf dem gemeinsamen Grundstück in der Nähe von Berlin. Abou-Chaker habe alles allein entschieden, ohne Absprachen. Die Chats, die dem stern vorliegen, zeigen, dass der Wunsch nach Nähe nicht einseitig gewesen zu sein scheint: Als die Bauarbeiten an der Millionenvilla von Rapper Anis ("Bushido") und Anna-Maria Ferchichi stockten, bat sie den Clanchef Arafat um Unterstützung. "Nicht meinem Mann sagen, dass ich dich frage", schrieb sie ihm. Und: "Kannst du uns nicht unter die Arme greifen mit unserem Haus?" 

In dem Berliner Verfahren geht es den Ermittlungsbehörden darum, Strukturen der Organisierten Kriminalität offenzulegen. Ermöglicht wird dies dadurch, dass Zeugen wie Bushido und seine Frau aussagen. Der nächste Verhandlungstag ist am 28. Juni.

Sabrina Winter, Uli Rauss, Stefan Doblinger

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