Canisius-Gymnasium "Die Missbrauchsfälle sind verjährt"


Die sexuellen Übergriffe auf Schüler am Canisius-Gymnasium in Berlin werden strafrechtlich definitiv keine Konsequenzen nach sich ziehen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat rund 20 Fälle geprüft. Ergebnis: Für eine Verurteilung liegen die Taten zu lange zurück.

Der sexuelle Missbrauch von Schülern am katholischen Canisius-Gymnasium in Berlin in den 70er und 80er Jahren hat keine strafrechtlichen Konsequenzen. "Die Taten sind verjährt", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag der Deutschen Presseagentur DPA. Geprüft worden seien rund 20 Fälle.

Zwei frühere Pater des Jesuiten-Ordens an der Elite-Schule sollen jahrelang Schüler missbraucht haben. Allein in Berlin haben sich rund 30 Opfer gemeldet. Zusammen mit den anderen bekanntgewordenen Fällen summiert sich die Zahl der Opfer inzwischen auf etwa 40. Von allen drei deutschen Jesuiten-Gymnasien - in Berlin, Bonn und St. Blasien im Schwarzwald - sowie einer ehemaligen Ordensschule in Hamburg sind mittlerweile Fälle bekannt. Die meisten ereigneten sich in den 70er und 80er Jahren.

Unterdessen hat die Schule am Montagvormittag unter verschärften Sicherheitsbedingungen den Unterricht nach den Winterferien aufgenommen. Security-Kräfte versperrten für Fremde den Eingang zum Schulgelände. So sollten die Schüler vor Schaulustigen und Journalisten geschützt werden. "An diesem ersten Schultag müssen wir sichern, dass die Kinder in der Schule ihre Ruhe haben können", sagte ein Sprecher der Schule.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker