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CO2-Test bei kirchlichen Dienstwagen: Umwelthilfe zeigt Tebartz-van Elst die rote Karte

Luxusschlitten vs. Gebrauchtwagen: Laut einer Studie können deutsche Bischöfe beim CO2-Austoß ihrer Dienstwagen nicht mit Vorbild Papst Franziskus mithalten. Ihre Karossen sind zu oft Klimakiller.

Von Hans Peter Schütz

Papst Franziskus ist kein Umweltsünder. Mal fährt er einen klapprigen gebrauchten Renualt R4 (Baujahr 1984), mal einen bescheidenen Ford Focus. Auf ganz andere Art und Weise bringt der Mainzer Kardinal Lehmann die christliche Botschaft zu Land und Leuten: Mit einem Luxus-Geländewagen, der vermutlich weit mehr Schadstoffe ausstößt, als es der derzeit geltende Grenzwert der EU von 130 Gramm CO2 pro Kilometern erlaubt. Denn über seinen Dienstwagen wollte der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz keine Auskunft geben.

Ihn kritisiert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) scharf, die zum dritten Mal das gesamte kirchliche Spitzenpersonal zur Wahl ihrer Dienstwagen befragt hat - darunter alle Bischöfe beider Konfessionen. Das Ergebnis in Kurzfassung: Evangelische Kirchenoberhäupter fahren beim Klimaschutz ihren katholischen Kollegen weit voraus. Doch selbst bei ihren Dienstwagen ist die Umweltbilanz eher mau.

Umweltbewusstsein der Kirche steigt

47 Dienstwagen kirchlicher Prominenz wurden dem CO2-Test unterzogen. Gerade einmal 14 Fahrzeuge von Bischöfen, Generalvikaren und Kirchenpräsidenten erhielten bei dem Test eine "grüne Karte" - sie stoßen weniger als 130 Gramm CO2 pro Kilometer aus und sind damit vergleichweise umweltschonend. Dabei lagen die evangelischen Geistlichen mit elf grünen Karten deutlich vor ihren katholischen Amtskollegen, die es nur auf drei brachten. Namentlich sind das der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heiner Koch, der Erzbischof des Erzbistums Hamburg, Werner Thissen sowie der Bischof des Bistums Eichstätt, Gregor Maria Hanke. Umweltfreundlicher Spitzenreiter ist Martin Heimbucher, Präsident der Evangelisch-reformierten Kirche, der einen Mercedes-Hybrid E-Klasse mit 107 Gramm CO2-Schadstoffausstoß pro Kilometer fährt.

Insgesamt haben sich die beiden Kirchen in ihrem Umweltbewusstsein deutlich vebessert: Verglichen mit der Studie 2012 hat sich die Zahl der grünen Karten fast verdreifacht. Allerdings wollten sich neben Bischof Lehmann aus Mainz auch dessen Kollegen aus den Bistümern Augsburg, Mainz, Görlitz und Regensburg nicht unter die Motorhaube blicken lassen. Ein besonderes Lob hat sich aus Sicht der DUH hingegen Ralf Meister verdient, der Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Vor einem Jahr fuhr er noch mit einem VW Phaeton am Ende der Schadstofftabelle. Dann stieg er auf einen Mercedes Benz E300 Blue Tec Hybrid um, der nur noch 109 Gramm CO2 ausspuckt.

Rote Karte für Tebartz-van-Elst

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH, erklärte, man verlange von den deutschen Bischöfen ja gar nicht, dass sie dem "vorbildlichen Verhalten des Papstes" folgten und in einen R4 oder Ford Focus umstiegen. Doch gerade bei den katholischen Würdenträgern gebe es durchaus Spielraum für Verbesserungen, ohne dass darunter gleich Komfort und Sicherheit leiden müssten. Noch immer seien teure Luxusautos mit hohem Spritverbrauch und Schadstoffausstoß weit verbreitet.

Auch der Limburger Skandalbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist dabei keine Ausnahme. Er erhielt eine rote Karte - sein BMW 535d Diesel mit Vierradantrieb stößt 157 Gramm CO2 pro Kilometer aus.