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Colmnitz in Sachsen: Polizei ermittelt wegen Nazi-Symbolen bei Festumzug

Der Ort Colmnitz wollte bei einem Umzug die letzten 900 Jahre seiner Geschichte thematisieren und schoss dabei offenbar über Ziel hinaus: Mehrere Personen nahmen in Wehrmachtsuniformen teil - dabei waren auch Hakenkreuze zu sehen.

Bei einem Festumzug im sächsischen Colmnitz liefen auch Personen in Wehrmachtsuniform mit

Bei einem Festumzug im sächsischen Colmnitz liefen auch Personen in Wehrmachtsuniform mit

Bei einem Festumzug im sächsischen Colmnitz sind Wehrmachtsmilitaria mit Nazi-Symbolen zur Schau gestellt worden - nun ermittelt die Polizei wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Grundlage bilden Fotos und Medienberichte, nach denen ein als Wehrmachtssoldat verkleideter Mann beim historischen Festumzug zum "Schul- und Heimatfest" im Ort am Wochenende einen Koffer mit Hakenkreuz getragen hat. Die Ermittlungen erfolgten zunächst gegen Unbekannt, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Prinzipiell müssen Nazi-Symbole wie Hakenkreuze nach Angaben der Polizei auch zu historischen Umzügen zumindest abgeklebt sein. Organisiert wurde der Festumzug vom Heimatverein Colmnitz, der unter anderem Militärvereine dazu eingeladen hatte.

Am Wochenende hatte der Ort mit seinen 1400 Einwohnern die erste Erwähnung der Gemeinde aus dem Jahre 1346 zelebriert. Bei einem Umzug im Rahmen der Feierlichkeiten wurden die verschiedenen Epochen, die der Ort in den letzten Jahrhunderten durchlebte, mit Kostümen und Wagen nachgestellt. Sowohl die Pest als auch die Napoleonischen Kriege wurden thematisiert - und eben auch der Zweite Weltkrieg.

"Der Zweite Weltkrieg gehört da eben dazu" 

Thomas Schumann, Gründungsmitglied des Heimatvereines, sagte der "Süddeutschen Zeitung" (SZ): "Es (der Umzug) ist eine Retrospektive der letzten 900 Jahre. Es soll darstellen, was in unserem Ort alles passiert ist. Der Zweite Weltkrieg gehört da eben dazu."

Mehrere Personen waren bei dem Umzug in Wehrmachtsuniformen zu sehen. Auch Militärfahrzeuge mit Waffen-Attrappen nahmen daran teil. Das Kulturbüro Sachsen werde laut "SZ" mindestens einmal pro Jahr "auf Vergleichbares" aufmerksam gemacht. Dies sei einmal zu viel. Schumann räumte gegenüber der Zeitung ein, "wenn Symbole gezeigt wurden, die rechtlich verboten sind, dann wurde da ein Fehler gemacht".


amt mit Agenturen