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Dänemark: Ärzte lassen Deutsche sterben

Zweimal bat ein Ehemann in einem dänischen Krankenhaus um medizinische Hilfe für seine Frau - vergeblich. Nach 75 Minuten war es zu spät: Die Touristin starb auf dem Parkplatz der Klinik. Der Mann war mit dem Hinweis abgewiesen worden, er müsse sich telefonisch an den zuständigen Notarzt wenden.

Eine deutsche Touristin ist auf einem Parkplatz des Krankenhauses im dänischen Ringkøbing gestorben, weil sie mehr als eine Stunde keine medizinische Nothilfe bekommen hat. Wie die dänische Patientenvereinigung bestätigte, starb die 50-Jährige, nachdem die Bitte ihres Mannes um medizinische Soforthilfe 75 Minuten lang ungehört blieb.

Der Sprecher der Patientenvereinigung, Erik Bach, teilte mit, das deutsche Urlauberpaar sei am vergangenen Freitag von seinem Nordsee-Ferienhaus zum kleinen Krankenhaus von Ringkøbing gefahren, weil die Frau unter starken Atembeschwerden litt. Zweimaliges Bitten des Mannes um Soforthilfe wurde mit dem Hinweis abgewiesen, er müsse sich telefonisch an den zuständigen Notarzt wenden. Das dafür vorgesehene Telefon im Krankenhaus war aber außer Betrieb.

Die Frau blieb im Auto sitzen. Bei seiner dritten Bitte um Hilfe nach insgesamt 75 Minuten gab der Mann an, dass die Wartende nun gar nicht mehr atme. Darauf lief eine Krankenschwester mit zum Auto des Paares und leitete sofort Wiederbelebungsversuche ein. Sie blieben erfolglos.

Woran die Frau starb, blieb auch vier Tage nach dem Vorfall unklar. Die Obduktion im Rechtsmedizinischen Institut in Århus habe die Todesursache "nicht mit Sicherheit feststellen können", gab der Polizeichef von Ringkøbing, Carsten Hansen, an. Man wolle nun durch Laboranalysen von Gewebeproben Aufklärung schaffen. Das könne aber bis zu 30 Tage dauern.

So etwas könnte in Deutschland nicht passieren

Der Chefarzt des Krankenhauses, Per Østergaard Jensen, erklärte, der Ehemann habe bei seinen Anfragen nicht deutlich gemacht, dass es sich um eine akute Notsituation gehandelt habe. "So wurde es mir von den beiden angesprochenen Mitarbeiterinnen übereinstimmend erklärt", sagte Jensen. Sprachprobleme wegen des auf Deutsch vorgebrachten Anliegens schloss er als Ursache für das Missverständnis aus: "Nein, hier sind immer Zehntausende Deutsche an der Nordseeküste. Wir haben auch im Krankenhaus täglich mit ihnen zu tun, das ist ganz normal."

Die Patientenvereinigung behalte sich juristische Schritte, darunter möglicherweise auch eine Anzeige bei der Polizei, wegen unterlassener Hilfeleistung vor, erklärte Bach. Auf der Internetseite der Vereinigung zitiert er den mit ihm seit 15 Jahren persönlich bekannten Ehemann der Toten mit dem Satz: "So etwas könnte in Deutschland nicht vorkommen. Wenn man sich dort mit einem ernsthaft Kranken an ein Krankenhaus wendet, kann man auf Hilfe rechnen." Der inzwischen nach Deutschland zurückgekehrte Mann wünsche keinerlei Kontakte mit Medien, gab Bach an.

Thomas Borchert/DPA / DPA
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