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Dank internationaler Spenden Indisches Mädchen von Wasserkopf befreit


Ihr Kopf war angeschwollen wie ein Ballon, nun kann die kleine Roona auf ein normales Leben hoffen: In Indien haben Ärzte das Kind erfolgreich operiert. Dank vieler Spenden - und eines Pressefotos.

Indische Ärzte haben am Mittwoch erfolgreich ein 15-monatiges Mädchen operiert, dessen Kopf aufgrund einer seltenen Krankheit fast um das Doppelte angeschwollen war. Der Eingriff sei "perfekt" gelaufen, "sehr viel besser als erwartet", sagte der Neurochirurg Sandeep Vaishya der Nachrichtenagentur AFP im Operationssaal eines Krankenhauses in Neu Delhi. Es sei aber noch zu früh, um Aussagen über die künftige Lebensqualität der Patientin zu machen.

Roona Begum leidet an der Wasserkopf-Krankheit, bei der eine übermäßige Menge an Gehirnflüssigkeit ihren Schädel zuletzt auf einen gespenstisch anmutenden Umfang von 94 Zentimetern anschwellen ließ. Das Gewicht drückte schmerzhaft auf das Gehirn, das kleine Mädchen konnte sich nicht mehr aufrecht halten oder krabbeln, so schwer war der Kopf geworden.

Pressefoto löste Spendenwelle aus

Roonas Eltern, die in einer verarmten Gegend im nordöstlichen Bundesstaat Tripura leben, konnten kein Geld für die Behandlung aufbringen. Als im April von einem AFP-Fotografen aufgenommene Bilder des kleinen Mädchens veröffentlicht wurden, meldeten sich spontan zahlreiche Menschen, die Roona helfen wollten. Zwei norwegische Studenten sammelten umgerechnet mehr als 40.000 Euro für die Familie. Das von der privaten Gruppe Fortis Healthcare betriebene Krankenhaus in Neu Delhi erklärte sich bereit, die Behandlung kostenfrei zu übernehmen.

Vaishya entschied sich, die Flüssigkeit aus dem Kopf in einen externen Plastikbehälter ablaufen zu lassen, bis sich der Schädelumfang auf etwa 60 Zentimeter verringerte. Danach erfolgte die mehr als eine Stunde dauernde Operation. Dabei wurde Hirnwasser mit Hilfe eines Schlauchs in die Bauchhöhle abgeleitet. Dem Neurochirurgen zufolge wird Roona noch "intensive Physiotherapie" benötigen, um ein Leben ohne Behinderung führen zu können.

steh/AFP AFP

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