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Das Winterwetter und seine Folgen: Schlagloch-Rekord auf deutschen Straßen

Spurrillen, Schlaglöcher, bröckelnde Fahrbahnränder: Der ADAC rechnet damit, dass infolge des eisigen Winters im Frühjahr jede zweite Landstraße starke Schäden aufweist. Kurzfristig kündigen Meteorologen allerdings an: Zum Jahreswechsel wird es wärmer.

Angesichts zweier harter Winter in Folge mit häufigem Temperaturwechsel erwarten Automobilclubs bis zum Frühjahr einen "Schlagloch-Rekord" in Deutschland. Jede zweite kommunale Straße dürfte im Frühjahr kaputt sein, schätzt ADAC-Straßensicherheits-Expertin Wiebke Thormann in der Online-Ausgabe von "Bild". "Es wird sich rächen, dass jahrelang viel zu wenig ausgebessert wurde." Nach ADAC-Angaben müssten acht Milliarden Euro pro Jahr in die Behebung der Substanzschäden fließen. Tatsächlich seien es aber nur fünf Milliarden.

Eine gründliche Generalsanierung würde nach Angaben des Auto Club Europa (ACE) rund 25 Milliarden Euro kosten. Ein ACE-Sprechersagte, schon jetzt seien selbst im verhältnismäßig reichen Baden-Württemberg mehr als 40 Prozent der Landesstraßen dringend sanierungsbedürftig. "Wer jetzt auf Sanierung verzichtet, macht die Sache für den Gebühren- und Steuerzahler später noch um ein Vielfaches teurer, denn die Schäden potenzieren sich.“ Aufgrund von Spurrillen auf Autobahnen und bröckelnden Rändern von Landstraßen macht sich der ACE für ein Notprogramm zur Straßensanierung stark.

Kälteband von Schleswig-Holstein bis Bayern

Auch die gegenwärtigen Wetterverhältnisse werden den Straßenbelägen weiter zusetzen. So hat sich in der Nacht zum Donnerstag bitterkalte Luft den Norden, Osten und Südosten Deutschlands gelegt. Ein Kälteband zieht sich von der Nord- und Ostseeküste weiter über den Osten Deutschlands bis in den Süden nach Bayern. Weiter in Richtung Westen friert es hingegen nur leicht bis mäßig. In der Neujahrsnacht soll die Spaltung Deutschlands in kalt und eiskalt aber enden. Die Meteorologen rechnen für das ganze Land nur noch mit leichtem Frost - und dichten Wolken.

Laut Deutschem Wetterdienst DWD herrschten am frühen Donnerstag mit Stand 04.00 Uhr zweistellige Minusgrade in Münster, List auf Sylt, Schleswig, Kiel, Schwerin, Rostock, Greifswald, Potsdam, Berlin und Cottbus bis nach Görlitz, Dresden, Bamberg, Nürnberg und Regensburg. Bamberg war der Spitzenreiter im DWD-Vergleich der großen Städte: Dort gab es minus 20 Grad. Zum Vergleich: Auf der Zugspitze waren es nur minus neun, auf dem Brocken im Harz minus vier Grad.

Während der Nachtfrost im Norden mit Werten um minus 11 Grad noch relativ "mild" ausfiel, sanken die Temperaturen in Bayern nicht nur in Bamberg noch ein gutes Stück weiter: Hof und Weiden maßen minus 17, Nürnberg und Regensburg minus 16 Grad. München hatte minus sechs.

"Starke oder geschlossene Bewölkung" zu Silvester

In der Nacht zu Neujahr soll das Temperaturgefälle aber ein Ende haben: Der DWD verspricht deutschlandweit Werte nur leicht unter Null Grad. Damit würde es dann überall in etwa so sein, wie es in der Nacht zum Donnerstag bereits in der Mitte, im Westen und im Südwesten ausschaute. Dort lagen die Werte nämlich nur geringfügig unter dem Gefrierpunkt - so wie die bundesweite Prognose für die Neujahrsnacht.

Feiernde, die auf eine sternenklare Nacht für ihr Feuerwerk hoffen, muss der DWD weiterhin enttäuschen: Überall im Land soll am späten Freitag "starke oder geschlossene Bewölkung" überwiegen. Von Brandenburg und Sachsen hinüber nach Nordrhein-Westfalen ist auch Schneefall möglich, ganz im Westen könne es sogar Regen geben. Der Wind soll im Süden meist schwach, sonst mäßig aus Westen wehen.

be/DPA/DAPD / DPA