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DDR-Sprech: Niemand hat die Absicht, Phrasen zu dreschen

Vor exakt 50 Jahren sagte der damalige DDR-Regierungschef Walter Ulbricht einen Satz für die Ewigkeit: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Er entpuppte sich als Lüge - wie so viele andere DDR-Phrasen, Losungen und Ankündigungen.

Von Niels Kruse

DIE AUSSAGE

DIE WAHRHEIT


"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"

Der damalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, auf einer internationalen Pressekonferenz am 15. Juni 1961
Vielfach variierter Klassiker der öffentlichen Heuchelei -
Zwei Monate später begann die DDR damit, den Ostteil Berlins mit einer Mauer abzuriegeln. Mittlerweile herrscht in Forscherkreisen die Meinung, dass die Aussage nur eine halbe Lüge gewesen sei. Zwar hatte Ulbrichts Nachfolger Erich Honecker schon mit den Planungen zum Mauerbau begonnen, Ulbricht selbst aber glaubte wohl tatsächlich daran, dass die Sektorengrenze nicht geschlossen werden würde. Unter anderem, weil Moskau zu dem Zeitpunkt noch keine Entscheidung dazu getroffen hatte.

"Den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf"

Erich Honecker bei der Übergabe der ersten 32-Bit-Mikroprozessoren aus DDR-Produktion im August 1989
Nahezu biblisches Gleichnis -
Eigentlich von August Bebel, den Honecker gerne zitierte. Beide sollen Recht behalten. Es war in der Tat weder Ochs noch Esel, die knapp zwei Monate später das Ende DDR einläuteten.

"Ich liebe Euch doch alle"

Stasi-Chef Erich Mielke vor der Volkskammer am 13. November 1989
Hätte Goethes Werther nicht besser sagen können -
Die unerwiderte Liebe zwischen Staatsführung und Volk ist eines der Grunddramen der DDR-Geschichte. Mielke als Chef des Spitzeldienstes Stasi hatte allerdings auch sehr eigene Vorstellung davon, den Genossen seine Zuneigung zu zeigen.

"Vorwärts immer, rückwärts nimmer"

Erich Honecker zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989
Kampfansage von ewiger Gültigkeit -
Zwei Wochen, nachdem sich Honecker leider in der Richtung geirrt hatte, wurde er von Egon Krenz an der Staatsspitze abgelöst, einen Monat später fiel die Mauer.

"Überall muss ein einwandfreies Schussfeld gewährleistet sein"

Noch ein Honecker. Diesmal am 3. Mai 1974 über den "Antifaschistischen Schutzwall"
Kategorie: Praktische Tipps -
Also, falls die Mauer-Grenzer tatsächlich und ausnahmsweise mal zum Gebrauch der Schusswaffe gezwungen waren, (einen Schießbefehl gab es ja nicht) sollten sie zumindest in der Lage sein zu sehen, auf wen oder was sie da eigentlich ballern.

"Überholen, ohne einzuholen"

Walter Ulbricht auf dem V. Parteitag der SED 1957
Frühe Form von BWLer-Floskeln -
Gemeint war das Ziel, den Lebensstandard des Westens zu übertrumpfen. Vier Jahre hatte die DDR Zeit dafür, um die "Überlegenheit des Sozialismus" zu bewiesen. Leider wurden schon ab 1960 die Lebensmittel knapp.

"So, wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben"

Losung zur Volksmotivation
Verschleierte Drohung -
Die Grundaussage dieser Losung kennt jeder aus dem Mund seiner Mutter. Im Fall der DDR aber muss etwas schiefgegangen sein oder aber es wurde nicht genug gearbeitet.

"Ich sage, jeder Schuss aus der Maschinenpistole eines unserer Grenzsicherungsposten zur Abwehr solcher Verbrechen rettet in der Konsequenz Hunderten von Kameraden, rettet Tausenden Bürgern der DDR das Leben und sichert Millionenwerte an Volksvermögen"

Albert Norden, Mitglied des Politbüros des ZK, 1963
Klassischer kollektivistischer Ansatz -
Heikle Rechnung bei rund 250 Mauertoten. Glaubt man den Experten, dann dürfte die DDR am Ende sicher keine 250 Millionen Mark an Volksvermögen mehr besessen haben.

"Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen"

Motto eines deutsch-sowjetischen Sprach- und Kulturaustauschprogramms von 1951
Typisches Ranwanzen an die Gewinnernation -
Die Losung fiel angesichts von Gorbatschows Perestroika-Politik bei der DDR-Führung in Ungnade. Ebenso wie die verballhornte sächsische Version "Von der Sowjetunion lernen, heißt siechen lernen."

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(