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"Black Lives Matter"-Protest: Demonstranten mit Sturmgewehr bedroht: So erklärt sich das Paar aus St. Louis

Die Bilder aus der US-Stadt St. Louis gingen um die Welt. Nun erklärt sich das Pärchen, das mit Waffen im Vorgarten stand und Demonstranten bedrohte. Beide würden den "Black Lives Matter"-Protest unterstützen. 

Ehepaar richtet Waffen auf "Black Lives Matter"-Demonstranten

Das Anwalt-Pärchen aus der US-Stadt St. Louis, das bewaffnet im Vorgarten stand, als ein "Black Lives Matter"-Protestzug an ihrem Haus vorbeizog, hat sich gegen Kritik verteidigt. In einer Erklärung ihres Anwaltes heißt es, dass die beiden die aktuellen Proteste und die Botschaft dahinter ausdrücklich unterstützen würden. Beide hätten als Anwälte viele Fälle betreut, in denen es um die Verletzung der Bürgerrechte von Menschen ging, so das Statement. Aktuell würde der Mann, der mit einem AR-15-Sturmgewehr vor seinem Haus stand, einen schwarzen US-Bürger vertreten, der von der Polizei attackiert worden sei.

Die Bilder des Vorfalles in einer privaten Siedlung in St. Louis, Missouri, waren am Wochenende und Montag um die Welt gegangen und hatten heftige Kritik ausgelöst. In der Erklärung beteuern die beiden, dass es ihnen nicht um die friedfertigen Demonstranten gegangen sei und dass ihre Handlungen auch nicht rassistisch motiviert gewesen seien. Vielmehr hätten einige unter den Demonstrierenden das eiserne Tor zu der privaten Siedlung zerstört und seien dann auf privaten Grund eingedrungen. Dagegen hätten die beiden sich zur Wehr gesetzt. In der Erklärung heißt es, weiße Personen hätten das Tor zerstört.

Polizei ermittelt wegen Hausfriedensbruch

Tatsächlich behandelt die örtliche Polizei die beiden Anwälte, 63 und 61 Jahre alt, als die "Opfer" eines Verbrechens, namentlich Trespassing, also dem illegalen Betreten eines Grundstückes sowie einem minderschweren Fall eines tätlichen Angriffs. Da es keine körperlichen Übergriffe gab, geht es dabei vermutlich um die Androhung.

Die für die Region zuständige Staatsanwältin teilte am Montag jedoch mit, dass man untersuchen werde, ob das Ehepaar selbst auch Gesetze gebrochen habe. 

"Wir hatten Angst um unsere Leben"

Der Ehemann gab zudem einem lokalen TV-Sender ein Interview, in dem er sich solidarisch mit der Bürgerrechtsbewegung erklärte, aber die Gruppe, die durch seine private Siedlung zog immer wieder als "Mob" bezeichnete. Diese seien keine friedlichen Demonstranten gewesen, hätten schusssichere Westen und teilweise Waffen getragen. "Das einzige, was diese Leute von meinem Haus und meiner Familie fernhielt, war das Gewehr in meinen Händen", sagte er. Er und seine Frau hätten Angst um ihr Leben gehabt und die Menschen lediglich darauf hingewiesen, dass es sich um Privatgrund handle.

Im Internet sind Fotos des zerstörten Eisentores zu sehen und die Straße, durch die die Demonstrierenden zogen, gehört den Anwohnern der Community, nicht der Stadt. In mehreren Medienberichten behaupten Demonstranten, das Tor sei bereits zerstört gewesen, als sie durchgingen.

Morddrohungen gegen Ehepaar

Erzürnt hatte die Demonstranten übrigens die Bürgermeisterin der Stadt. Diese hatte im Internet die Namen und Adressen von Menschen veröffentlicht, die sich in Briefen dafür ausgesprochen hatten, der Polizei Gelder zu entziehen. Diese Forderung wird auch von Teilen der "BLM"-Protestler vertreten ("Defund the Police"). Viele fordern deshalb den Rücktritt der Dame.

Der Mann aus dem Video kritisierte in seinem Interview mit dem Lokalsender, dass er und seine Familie seit dem Wochenende tausende Anrufe und Emails mit Drohungen, teilweise Todesdrohungen, erhalten hätten. Die Telefone in seiner Kanzlei habe er abschalten müssen, ebenso seine Webseite. "Es ist schon seltsam, dass die Menschen, die die Bürgermeisterin für Doxing (Veröffentlichen von Personendaten, Anm. d. Red.) angreifen, nun meine Daten überall im Internet verbreiten", sagte er.

Quellen: "Insider" / Twitter / KSDK News

fin
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