Depressionen Merkels Gedanken zu Enkes Tod


Der Tod von Robert Enke bewegt auch die Kanzlerin. In einem Interview hat sie sich jetzt mit dem Thema Depressionen auseinandergesetzt - und verhehlt nicht, dass diese nicht nur im Fußball, sondern auch in der Politik tabuisiert werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft nach dem Selbstmord von Fußball-Nationaltorwart Robert Enke auf mehr Verständnis für depressive Menschen. Der Tod des 32-Jährigen gebe womöglich vielen Menschen die Möglichkeit, offener über Ängste und psychische Erkrankungen zu sprechen, sagte Merkel der Wochenzeitung "Die Zeit". "Wenn man krank ist oder etwas nicht kann, sollte man es ruhig sagen."

Der Tod des Torwarts, der jahrelang an Depressionen gelitten und sich am Dienstag vor einer Woche vor einen Zug geworfen hatte, habe deshalb so viele Menschen berührt, "weil sich an einem berühmten Beispiel etwas zeigt, wovor viele Angst haben und was viel öfter passiert, als wir es uns vor Augen führen". Sie hoffe, dass nun "Mitmenschen Verständnis für diese Krankheit entwickeln und sie nicht stigmatisieren", sagte die Kanzlerin.

Merkel räumte zugleich ein, dass auch in der Politik psychische Erkrankungen tabuisiert würden: "Die Politik ist immer ein Spiegel der Gesellschaft - einer Gesellschaft, in der über psychische Erkrankungen generell nicht offen gesprochen wird. Aber auch in der Wirtschaft nicht, gerade dort also, wo Menschen sehr hohem Stress ausgesetzt sind." Dabei seien die Unterschiede zwischen gesund und krank sehr klein: "Da machen wir uns in der Gesellschaft etwas vor."

AP AP

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