VG-Wort Pixel

Bristol Der dramatische Moment, als Jenni ihr eigenes Rad zurückstahl

Jenni zeigt stolz ihr Fahrrad
Nicht mir ihr! Jenni Morton-Humphreys, 30, klaute ihr Rad vom Fahrraddieb zurück.
© Michael Lloyd/Bulls Press
Den Verlust ihres teuren Fahrrades wollte eine Britin nicht akzeptieren, sie suchte es über Facebook und wurde fündig. Dann plante sie einen Coup, mit dem sie es zurückbekommen wollte.

Vor rund sechs Wochen wurde Jenni Morton-Humphreys ihr knapp 1000 Euro teures Cube-Rad geklaut, das sie im britischen Bristol in der Hafengegend an einen Fahrradständer angeschlossen hatte. Nachdem sie den Diebstahl bemerkt hatte, veröffentlichte sie Fotos auf einer örtlichen Facebook-Fahrradseite und bat um Rückgabe. Binnen zwei Stunden hatte ein Mitglied der Gruppe ihr Rad entdeckt – für gut 110 Euro zum Verkauf angeboten. Er gab Jenni Bescheid. Dann begann der Coup.

Der Mann nahm Kontakt zu dem Dieb auf und behauptete, seine "Schwester" habe Interesse an dem Rad. Er vermittelte ein Treffen zwischen Dieb und Opfer für den kommenden Tag. Zu ihrer Sicherheit nahm Jenni einen Freund mit zum vereinbarten Treffpunkt, der sich unauffällig in der Nähe aufhalten sollte.

Fahrraddiebe klug ausgetrickst

Jenni traf die Diebe und bat um eine Probefahrt. "Ich hatte vorher darauf geachtet, dass ich nichts bei mir trage, damit sie nicht vorschlagen konnten, dass ich ihm mein Telefon, Geld oder meine Bankkarte als Pfand dalasse. Also gab ich ihnen Schlüssel und Zigaretten, damit sie denken, dass ich zurückkomme. Es waren tatsächlich die beiden Schlüssel des Fahrradschlosses, das sie geknackt hatten", gibt "BBC News" Jennis Worte wieder. "Ich fuhr auf dem Bürgersteig, rutschte ein paar Mal ab und dann sah ich eine Kreuzung. Ich bog ab, fuhr so schnell ich konnte und drehte mich nicht mehr um."

Während Jenni davonjagte, beobachtete ihr Freund die "Verkäufer": "Sie standen dort völlig perplex."

Jenni nutzt inzwischen ein altes Rad, wenn sie in Bristol unterwegs ist. Sie hat Angst davor, dass die Diebe ihr türkisfarbenes Cube wiedererkennen und demolieren könnten.

Die Polizei rät von Alleingängen ab

So gut die Geschichte auch ausgegangen ist, warnt die Polizei davor, dass Opfer das echt selbst in die Hand nehmen. Solche Aktionen gäben den Dieben die Möglichkeit, alle Beweise zu vernichten. "In diesem Fall konnten wir eine umfassende Untersuchung durchführen, wir standen mit dem Opfer die ganze Zeit in Kontakt", zitiert "BBC News" die Beamten. "Wir haben sämtliche aktuell möglichen Nachforschungen ausgeschöpft."

bal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker