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Deutsche Bischofskonferenz: Kardinal Lehmann tritt zurück

Kardinal Karl Lehmann wird den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz niederlegen, aber Bischof von Mainz bleiben. Das berichten informierte Kirchenkreise. Der 71-Jährige stand seit 20 Jahren an der Spitze der deutschen katholischen Bischöfe.

Als Grund seines Rücktritts nannte der als gemäßigt geltende Kardinal Karl Lehmann Herz-Rythmus-Störungen: er war vor Weihnachten in einer Klinik behandelt worden und hatte anschließend eine Kur absolviert. Daher hatte er an den festlichen Gottesdiensten an Weihnachten und Silvester im Mainzer Dom nicht teilnehmen können. Das Amt des Bischofs von Mainz will Lehmann dennoch weiter ausüben. Das verlautete am Dienstag aus informierten Kirchenkreisen. Der 71-Jährige stand seit 20 Jahren an der Spitze der deutschen katholischen Bischöfe.

Mit seinen Gesundheitsproblemen sei eine eindeutige Zäsur erreicht, die ihm "in Zukunft eine Ausschöpfung seiner Kräfte im bisherigen Maß nicht mehr erlaube", erklärte Lehmann. Deshalb mache er nun von der bereits im September 2005 bei seiner Wiederwahl angekündigten Möglichkeit Gebrauch, die vierte Sechs-Jahres-Amtszeit nicht voll auszuschöpfen. Dies teilte die Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mit. In einem Brief an die Mitglieder der Bischofskonferenz habe Lehmann seinen Rücktritt zum 18. Februar 2008 erklärt.

Stärker den Grundsatzfragen widmen

In dem Brief erklärte der Kardinal, ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt mache auch einen guten Sinn, weil die jüngsten Bischofsernennungen einen notwendigen Generationswechsel und Zeit für eine Wachablösung anzeigten, schrieb Lehmann. Er sei dankbar, wenn er noch einige Jahre dem Bistum Mainz dienen könne. Auch werde er gerne seine Kenntnisse, Informationen und Erfahrungen weiter in die Bischofskonferenz einbringen und sich noch stärker Grundsatzfragen widmen. Dabei liege ihm auch die schwierige Situation der Ökumene am Herzen.

"Herausragender Repräsentant der Kirche"

Im Namen der deutschen Bischöfe dankte der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff, Lehmann für seinen unermüdlichen Einsatz für die Bischofskonferenz während der vergangenen mehr als 20 Jahre und würdigte ihn als "herausragenden und zuverlässigen Repräsentanten der Kirche und ihrer Sendung".

Lehmann, Bischof von Mainz, wird nach seiner Erklärung noch die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 11. bis 14. Februar in Würzburg leiten. Diese soll seinen Nachfolger bestimmen. Seit 1983 ist Lehmann Mainzer Erzbischof, seit September 1987 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

AP / AP