Deutschland Mit Kurzarbeit durch die Krise


Besser Kurzarbeit als gar keinen Job: Steinbüchsel ist froh, dass er noch einen Arbeitsplatz hat.

"Heute ist mein erster Tag in Kurzarbeit", sagt Uwe Steinbüchel. "Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, denn es ging alles so schnell. Letztes Jahr im Juni herrschte noch regelrechte Euphorie: Die Containerterminals am Hamburger Hafen waren voll. Besonders vor dem Wochenende mussten wir richtig knüppeln." Er fährt für die Spedition Stapelfeld Container aus dem Hafen ins Hamburger Umland.

32 Lastzüge hat die Firma, heute stehen acht davon ungenutzt auf dem Hof. "Plötzlich waren die Aufträge weg. Normalerweise würden wir jetzt schon die Ostersachen fahren, aber es kommt einfach nichts an." Dank Kurzarbeit behielten bisher alle Fahrer der Spedition ihren Job. "Ansonsten hätten vier oder fünf entlassen werden müssen", glaubt Steinbüchel, der Mitglied des Betriebsrats ist. "Aber niemand weiß, wie es mit der Krise weitergeht." Möglich, dass Entlassungen trotzdem ein Thema werden.

Die finanziellen Einbußen halten sich für ihn bisher in Grenzen, denn die Bundesagentur für Arbeit zahlt bis zu 67 Prozent des Nettolohns als Kurzarbeitergeld. Allerdings fehlen die Überstunden. "Von denen leben wir Fahrer sonst", sagt Steinbüchel. "Zwischen 1500 und 2000 Euro netto konnte man im Monat verdienen, hatte dann aber auch 60 bis 70 Überstunden auf der Uhr." Doch dass es nun weniger Geld gibt, ist für ihn zweitrangig: "Es geht um den Arbeitsplatz. Als Fahrer findet man momentan keinen neuen Job. Es bauen doch alle ab."

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