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Dieburg Wegen Corona-Verstößen: Stadt sperrt Skatepark mit Rollsplit – Eltern schaufeln ihn wieder frei

Mit Rollsplit bedeckte Skateranlage in Dieburg
Eine Lkw-Ladung Rollsplit machte Skateboardfahren unmöglich – zumindest vorübergehend
© 5vision / DPA
Im hessischen Dieburg treffen sich die Jugendlichen gern am Skatepark – mitunter auch in größeren Gruppen. Um das zu unterbinden, bedeckte die Stadt die Anlage mit Rollsplit. Eltern und Jugendliche wollten das nicht akzeptieren.

Die Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche sind in der Pandemie-Zeit nur sehr begrenzt – und oft auch nicht corona-konform. In Dieburg griff die Stadtverwaltung hart durch: Weil sich in der hessischen Stadt immer wieder Jugendliche an einem Skatepark getroffen und dort gegen die Corona-Auflagen verstoßen hatten, wurde die Anlage gesperrt. Ein Lkw mit Rollsplit fuhr vor, schüttete seine Ladung auf die Fläche – und die kleinen Kiesel machten das Skaten unmöglich.

Allerdings nicht lange. Nach der ungewöhnlichen Maßnahme der Stadt am vergangenen Freitag dauerte es nicht einmal eine Woche, bis der Skatepark wieder vom Split befreit war. Eltern und Jugendliche hatten sich zusammengefunden, um die Anlage freizuschaufeln, berichtet der Radiosender FFH. Nach Informationen des Senders ging die Aktion allerdings nicht auf die Eigeninitiative der Anwohner, sondern auf einen Online-Aufruf aus der Querdenker-Szene zurück. 

Jugendliche protestieren vor dem Rathaus in Dieburg

Die Polizei beaufsichtigte die Räumaktion, griff aber nicht ein. Man habe der Polizei mitgeteilt, "dass wir das nicht als Akt des Hausfriedensbruchs betrachten", sagte der parteilose Dieburger Bürgermeister Frank Haus, der zuvor die Sperrung angeordnet hatte. Die Maßnahme sei zwar plakativ, aber wirksam gewesen. 

Experten warnen: Durch Corona hat die Mediennutzungszeit bei Kindern extrem zugenommen.

Bereits am vergangenen Wochenende hatten Jugendliche gegen die Sperrung des Skateparks protestiert. Sie platzierten kleine Rollsplit-Häufchen vor dem Rathaus und machten ironisch Vorschläge für Plätze, die ebenfalls gesperrt werden sollten: Spielplätze zum Beispiel, oder öffentliche Parks. Auch die SPD in der 15.000-Einwohner-Stadt kritisierte die Rollsplit-Maßnahme.

Allerdings hätte sich die Sperrung ohnehin bald von selbst erledigt. Da Dieburg seit einer Woche eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 aufweist, sollte der Skatepark in der nächsten Woche wieder freigegeben werden. Der Rollsplit sollte dann zum Beispiel für den Wegebau in der Region weiterverwendet werden.

Quellen:  FFH, "Hessenschau"

epp

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