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Dokumentation: So lief die Papstwahl im Vatikan

Die Entscheidung ist gefallen, Jorge Mario Bergoglio aus Argentinien ist zum neuen Papst gewählt worden. Sein Name lautet Franziskus I. Die stern.de-Dokumentation der Papstwahl.

+++ 21.30 Uhr: Enge Mitarbeiter erstaunt über Namenswahl +++

Zwei enge Mitarbeiter Jorge Mario Bergoglios zeigten sich über die Namenswahl des neuen Papstes überrascht. Anstatt auf Franziskus hätten sie auf Josef gewettet, erklärten der Provikar des Erzdiözese Buenos Aires, Eduardo García, und Rektor Alejandro Ruso. Bescheidenheit und Intelligenz seien die herausragenden Charakterzüge Bergoglios, erklärte García. Seine Menschennähe, seine Aussagekraft über Gesten anstatt großer Worte sowie seine Auffassung, die Kirche sei Gottesvolk und nicht nur Hierarchie, seien weitere Tugenden des neuen Papstes.

+++ 21.29 Uhr: Twitter-Account wieder in Betrieb +++

Direkt nach der Wahl des neuen Papstes Franziskus I. ist auch der Twitter-Account "@Pontifex" wieder in Betrieb genommen worden. "Habemus Papam Franciscum", war um 20.33 Uhr der erste Tweet des neuen Papstes im Kurznachrichtendienst Twitter. Jorge Mario Bergoglio twitterte zunächst noch unter dem Namen "Sede Vacante" und mit dem Übergangsbild des Leeren Stuhls

+++ 21.23 Uhr: Zollitscht lobt "kraftvolle Predigten" +++

Der neue Papst zeichnet sich nach Ansicht der Deutschen Bischofskonferenz durch "sein bescheidenes Auftreten und seine kraftvollen Predigten" aus. "Heimat- und naturverbunden ist der Heilige Vater. Bekannt ist er für die Besuche an den hohen kirchlichen Feiertagen in Krankenhäusern und Gefängnissen", erläuterte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch. "Das schlichte Glaubenszeugnis seiner ersten kurzen Ansprache und sein Gebet zeigen der Welt: Der Heilige Vater ist bereit, das wichtige Amt und die hohe Verantwortung in tiefem Gottvertrauen zu übernehmen", meinte Zollitsch über den neuen Papst Franziskus I.

+++ 21.16 Uhr: Europa wünscht "Mut und Stärke" +++

Auch die EU mag mit ihren Glückwünschen nicht zurückstehen. "Wir wünschen Ihnen ein langes und gesegnetes Pontifikat, das Eurer Heiligkeit und der katholischen Kirche erlauben wird, die Grundrechte des Friedens, der Solidarität und der Menschenwürde zu verteidigen und zu fördern", erklärten EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in einer gemeinsamen Mitteilung. Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, wünschte dem neuen Papst aus Straßburg "Mut und Stärke". Er habe die "Gelegenheit zur Erneuerung" zu einem Zeitpunkt, an dem die katholische Kirche vor großen Herausforderungen stehe.

+++ 21.03 Uhr: Merkel erwartet Orientierung von Franziskus +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Papst Franziskus I. zu seiner Wahl gratuliert. "Ich freue mich insbesondere mit den Christen in Lateinamerika, dass nun zum ersten Mal einer der Ihren an die Spitze der Katholischen Kirche berufen worden ist", sagte Merkel in Berlin. "Weit über die katholische Christenheit hinaus erwarten viele von ihm Orientierung, nicht nur in Glaubensfragen, sondern auch, wenn es um Frieden, Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung geht." Sie wünsche Papst Franziskus I. Gesundheit und Kraft für seinen Dienst am Glauben und zum Wohl der Menschen.

+++ 21.02 Uhr: Ban Ki Moon hofft auf "weise" Führung +++

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte dem neuen Papst und allen Katholiken weltweit. "Ich freue mich auf die Fortführung der Zusammenarbeit zwischen den Vereinten Nationen und dem Vatikan unter der weisen Führung von seiner Heiligkeit, Papst Franziskus", sagte Ban laut Mitteilung in New York. "Wir teilen gemeinsame Ziele - vom Einsatz für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte, bis zum Kampf gegen Armut und Hunger, alles wichtige Elemente der nachhaltigen Entwicklung." Er sei überzeugt, sagte Ban weiter, dass der neue Papst sich wie sein Vorgänger für den Dialog zwischen den Religionen einsetzen werde.

+++ 20.59 Uhr: Glaubensbrüder begrüßen Bergoglios Wahl +++

Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann hat die Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio aus Argentinien zum Papst begrüßt. "Die Entscheidung verspricht etwas Neues", sagte Hofmann. In seinem Bistum läuteten unmittelbar nach dem ersten Segen des neuen Papstes zehn Minuten lang die über 3000 Glocken in den rund 1000 katholischen Gotteshäusern.

Hamburgs Erzbischof Werner Thissen würdigte die Wahl als ein gutes Signal für die Weltkirche und den Kampf gegen die Armut gewürdigt. "Die Kirche muss mit den Armen stehen, und mit diesem Papst gelingt das wunderbar", sagte Thissen.

Der neue Papst Franziskus I. sollte nach Einschätzung des Rottenburger Bischofs Gebhard Fürst die Einheit der Kirche wahren und gleichzeitig die Vielfalt in ihr fördern. Das sei eine enorme Aufgabe für den neuen Papst. Er wünsche Kardinal Jorge Mario Bergoglio einen souveränen Blick auf die Lage der Weltkirche, sagte Fürst.

+++ 20.53 Uhr: Evangelische Kirche gratuliert +++

Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, hat den katholischen Christen zur Wahl von Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst gratuliert. Er wünschte dem neuen Papst Gottes Segen, "viel Kraft für anstehende Entscheidungen und einen weltoffenen Blick".

+++ 20.50 Uhr: Erste Reaktionen trudeln ein +++

Die Welt kommentiert die Wahl des neuen Papstes: "Das ist ein starkes Signal, dass die katholische Kirche Weltkirche ist und die südliche Halbkugel stärker in den Blick rückt", sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, ein gläubiger Katholik.

Die Wahl eines Jesuiten ist nach Expertenansicht eine Kehrtwende. "Der Jesuitenordnen steht für eine Hinwendung zur Welt und wurde in den vergangenen Jahrzehnten vom Vatikan zurückgedrängt", sagte der katholische Theologe Prof. Magnus Striet von der Universität Freiburg.

Der Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. hatte den Argentinier Bergoglio nicht auf dem Zettel. "Ich bin völlig überrascht", sagte Georg Ratzinger

+++ 20.43 Uhr: Zwei Premieren im Vatikan +++

Bergoglio ist der erste Lateinamerikaner, der Papst wird. Und es ist das erste Mal, dass ein Jesuit Kirchenoberhaupt wird.

+++ 20.34 Uhr: Franziskus zieht sich zurück +++

Mit den Worten "Betet für mich, gute Nacht und gute Erholung" verabschiedet sich der neue Papst von den jubelnden Menschen auf dem Petersplatz.

+++ 20.30 Uhr: Papst spricht Segen "Urbi et Orbi" +++

In lauten, kräftigen Worten verliest Bergoglio die Formel vom Segen "Urbi et Orbi".

+++ 20.22 Uhr: Franziskus betet "Vater unser" +++

Die ersten Worte des neuen Papstes gelten seinem Vorgänger Benedikt. Dann fordert er die Gläubigen auf, gemeinsam mit ihm das "Vater unser" zu beten.

+++ 20.22 Uhr Franziskus I. zeigt sich den Gläubigen +++

Franziskus I. ist auf den Balkon des Petersdoms getreten und zeigt sich den Zehntausenden Gläubigen.

+++ 20.17 Uhr: Papst Franziskus I. +++

Jose Mario Bergoglio wird als Papst Franziskus I. amtieren. Bergoglio war zuvor Erzbischof von Buenos Aires. Er hat in Deutschland promoviert und spricht gut Deutsch. Bereits beim Konklave 2005 war er größter Gegenkandidat des zurückgetretenen bisherigen Papstes Benedikt XVI.

+++ 20.15 Uhr: Jorge Mario Bergoglio ist neuer Papst +++

Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist neuer Papst.

+++ 20.12 Uhr Habemus Papam +++

Die magischen Wort sind gefallen, Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran verkündet: "Habemus Papam".

+++ 20.06 Uhr: Licht im Balkonzimmer +++

Lange kann es nicht mehr dauern, bis der Name des neuen Papstes bekannt gegeben wird. Im Balkonzimmer, aus dem das neue Oberhaupt der katholischen Kirche bald tritt, ist das Licht angegangen.

+++ 19.59 Uhr: Auch in Deutschland läuten die Glocken +++

Auch in Deutschland läuteten vielerorts die Glocken. In Köln erklang zur Wahl des neuen Papstes am Mittwochabend die größte Glocke des Doms, die im Volksmund "Dicker Pitter" genannt wird. Die Glocke in der Kölner Kathedrale gilt als größte freischwebende Glocke der Welt und erklingt nur zur Feier hoher katholischer Feste.

+++ 19.46 Uhr: Jubelgesänge im Vatikan +++

Die wartenden Gläubigen machen mit Sprechchören ihrer Freude Luft und feiern mit "viva il papa" den neuen Papst, deren Namen sie alle mit Spannung erwarten.

+++ 19.39 Uhr: Rückzug ins "Stanza delle Lacrime" +++

In das "Zimmer der Tränen" neben der Sixtinischen Kapelle zieht sich der Neugewählte zurück, um seinen Emotionen nochmal so richtig freien Lauf lassen. Hier liegt sein neues Gewand bereit - zur Sicherheit in drei Größen, weil noch nicht klar ist, welche Statur der Nachfolger von Benedikt XVI. haben wird.

+++ 19.33 Uhr: Schweizer Garde zieht auf dem Petersplatz ein +++

Es tut sich was im Regen auf dem Petersplatz. Begleitet von einer Militärkapelle rückt die Schweizer Garde bis unterhalb des Balkons vor.

+++ 19.25 Uhr: Entscheidung im fünften Wahlgang +++

Die Kardinäle wählten den neuen Papst im fünften Wahlgang. Aus allen Vierteln Roms ziehen die Menschen in Richtung Vatikan, um bei der Verkündigung dabei zu sein.

+++ 19.21 Uhr: Die Welt blickt auf den Balkon +++

Rätselraten bei den Zehntausenden Gläubigen: Wer ist der neue Papst geworden? Es wird erwartet, dass Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran demnächst auf die Loggia des Petersdoms tritt und der Menschenmenge auf dem Petersplatz mit einem "Habemus Papam" den Namen des Gewählten verkündet.

+++ 19.11 Uhr: Jubel auf dem Petersplatz +++

In der Stadt läuteten Kirchenglocken, auf dem Petersplatz brandete Jubel auf. Der neue Papst ist gefunden.

+++ 19.06 Uhr: Weißer Rauch steigt auf +++

Die römisch-katholische Kirche hat ein neues Oberhaupt. Aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle stieg am Mittwochabend weißer Rauch, der die Wahl des neuen Papstes anzeigt. Auf wen sich die 115 Kardinäle im Konklave geeinigt haben, ist zunächst nicht bekannt.

+++ 18.29 Uhr: Blauer Rauch ist erlaubt +++

Während die Welt auf den weißen Rauch aus der Sixtinischen Kapelle wartet, ist im Konklave blauer Dunst erlaubt: Die Kardinäle dürfen während der Papstwahl rauchen, wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Mittwoch sagte. "Ich denke, die Kardinäle dürfen rauchen, wenn sie es für angemessen halten - so lange sie die Regeln der Höflichkeit beachten." Auch Wein dürfen die Papstwähler demnach trinken. Das sei "Teil des normalen Menüs in Rom", sagte Lombardi. "Sie dürfen trinken, wenn sie möchten."

+++ 17.57 Uhr: Die Welt starrt auf eine Möwe +++

Sie sitzt unverdrossen auf dem meistbeachtesten Schornstein der Welt herum und macht nicht den Eindruck, daran etwas ändern zu wollen: eine Möwe. Sie amüsiert die Beobachter der Sixtinischen Kapelle, die eigentlich darauf warten, wie die Farbe des Rauchs aussieht. Auch bei Twitter machen sich immer mehr Nutzer über das stoische Tier lustig.

+++ 16.53 Uhr: Obama beruhigt die Kritiker eines US-Papsts +++

US-Präsident Barack Obama macht sich über die Möglichkeit eines amerikanischen Papstes Gedanken - und versichert, dass ein US-Papst unabhängig wäre. "Ein amerikanischer Papst würde ebenso gut führen wie ein Papst aus Polen, Italien oder Guatemala", sagte er in einem Interview des TV-Senders ABC. Obama, ein Protestant, machte zugleich klar, dass ein US-Papst nicht fürchten müsse, Befehle aus dem Weißen Haus zu erhalten. "Die amerikanische Bischofskonferenz scheint auch keine Befehle von mir anzunehmen", sagte der Präsident mit ironischem Blick auf anhaltenden Streit zwischen Obama und der Kirche in Sachen Abtreibung. Zuvor hieß es im Vatikan mitunter, ein Papst aus einer Supermacht sei nur schlecht denkbar. Dennoch wurden auch US-Kardinäle als Anwärter auf den Papststuhl gehandelt.

+++ 15.43 Uhr: Ist da weißer Rauch? +++

Kleines Amüsement am Rande: Der britische Guardian ist sich für keine Spielerei zu Schade, und hat eine Rauch-Website eingerichtet: "Ist da weißer Rauch" heißt sie übersetzt und zeigt einen Schornstein vor blauem Himmel, aus dem animierter Rauch aufsteigt. Darüber prangt das Wort "No". Wenn sich die Kardinäle entschieden haben, wird es sich vermutlich in ein "Yes" ändern.

+++ 15.35 Uhr: Auch Ratzinger schaut auf den Schornstein +++

Pünktlich am Dienstagabend hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo den Fernseher eingeschaltet. Wer sein Nachfolger auf dem Stuhl Petri wird, interessiert den 85-Jährigen sehr, und deshalb sah auch er den ersten schwarzen Rauch im Fernsehen. Auch die Eröffnungsmesse vor der Wahl und den Einzug in die Sixtinische Kapelle beobachtete er "mit großem Interesse und geistiger Anteilnahme", wie Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte. An der Einführungsmesse für den neuen Pontifex wird er allerdings voraussichtlich nicht teilnehmen. Als Termin ist der 19. März im Gespräch.

+++ 15.27 Uhr: Habemus Papst-Tourismus +++

Mit aktuellen Sprüchen an den Eingangstüren nehmen römische Lokalbesitzer auf ihre Weise am Konklave Anteil. Insbesondere rund um den Petersplatz werben sie in diesen Tagen der Papstwahl mit Schilderaufschriften wie "Habemus Pizza" oder "Dal Papa" um Gäste. "Habemus Pizza" oder auch "Habemus Café" lehnt sich an die wohl berühmtesten Worte einer Papstwahl, "Habemums Papam" - Wir haben einen Papst - an. "Dal Papa" kann auch "Beim Papst" übersetzt werden. Die Tourismusbranche ist überzeugt: Der neue Papst wird zu Ostern die Zahl der Rom-Besucher in die Höhe schnellen lassen.

+++ 14.35 Uhr: Maulkorb für slowakische Priester +++

Katholische Priester dürfen künftig in der Slowakei ihre Meinung nicht mehr frei gegenüber den Medien äußern. Das entschied die katholische Bischofskonferenz KBS. "Wenn ein Kleriker sich gegenüber Medien äußern will, hat er die Pflicht, vorher mit seinem Bischof zu beraten, ob sein Medienauftritt angebracht ist", zitierten mehrere Medien den KBS-Vorsitzenden und Erzbischof von Bratislava, Stanislav Zvolensky. Im vergangenen Jahr hatte der Erzbischof von Trnava, Robert Bezak, öffentlich auf dubiose Finanztransaktionen seines Vorgängers hingewiesen. Daraufhin war er vom Papst abgesetzt worden.

+++ 13:40 Uhr: Vatikan: "Konklave läuft ganz normal"

Drei erfolglose Urnengänge bei der Wahl eines Papstes sind nach Angaben des Vatikan-Sprechers Federico Lombardi "ganz normal und kein Zeichen irgendeiner Spaltung" unter den Kardinälen. Das Konklave stehe damit in der Tradition früherer Papstwahlen, wobei im 20. Jahrhundert lediglich Pius XII. nach drei Wahlgängen bereits gewählt gewesen sei. "Wir sind in der entscheidenden Phase dieses Monats" nach dem Rücktritt von Benedikt XVI., sagte Lombardi. Über den möglichen Namen des neugewählten Papstes konnte Lombardi nichts sagen, er äußerte aber den Hoffnung, dass der künftige Pontifex den Grund für die Namenswahl erläutern werde.

+++ 13:15 Uhr: Papstname Leo bei Buchmachern vorn +++

In den britischen Wettbüros steht derzeit der Name Leo ganz vorne auf der Favoritenliste. Sollte dies eintreffen, wäre es Leo XIV.. Auch einen Gregor XVII. und Pius XIII. zählen die Buchmacher zu den Favoriten. In katholischer Tradition allesamt Modenamen: Gregor ist der zusammen mit Benedikt am zweithäufigsten gewählte Papstname, Leo liegt noch auf Rang fünf und Pius auf Rang sechs. Auf Rang eins mit Abstand liegt der Name Johannes: Schon 23 Mal trug ein Papst diesen Namen.

+++ 12.50 Uhr: Was die Papst-Namen bedeuten +++

Eine Papstnamen-Revolution gab es zuletzt 1978, der zum Papst gewählte Kardinal Albino Luciani legte sich als erster einen Doppelnamen zu. Johannes Paul I. Nachdem er nur 33 Tage später starb, setzte sein Nachfolger Karol Wojtyla die Neuerung fort und nannte sich Johannes Paul II. Beide wollten damit ihre Ehrfurcht vor den Vorgängern Johannes XXIII. und Paul VI. zum Ausdruck bringen. Joseph Ratzingers Papstnamen Benedikt erinnert an Benedikt XV., der wegen seines engagierten Eintretens gegen den Ersten Weltkrieg auch der Friedenspapst genannt wird. Aber auch den Gründer des Benediktiner-Ordens, Benedikt von Nursia, wollte der Deutsche würdigen - die Namenswahl bedeutete also auch eine inhaltliche Aussage.

+++ 11.46 Uhr: Was zwischen Papstwahl und erstem Auftritt passiert +++

12.000 Wahlzettel hat der Vatikan für das Konklave drucken lassen. Das reicht für circa 100 Wahlgänge. Ganz soviele werden es vermutlich nicht werden. Wenn, wie Experten glauben, heute oder morgen das nächste Kirchenoberhaupt gewählt ist, werden einige Minuten vergehen, bis es sich der Öffentlichkeit zeigt - was genau, erklären wir hier.

+++ 11.40 Uhr: Schwarzer Rauch - kein Papst+++

Aus dem derzeit bekanntesten Schornstein der Welt steigt schwarzer Rauch auf. Offenbar konnten sich die Kardinäle auch nach dem zweiten und dritten Wahlgang nicht auf einen neuen Pontifex einigen.

+++ 11.12 Uhr: Auch ohne schwarzen Rauch kein Papst+++

Auch im zweiten Wahlgang konnten sich die 115 Kardinäle offenbar nicht für einen neuen Papst entscheiden. Die Regelung sieht vor, dass nur im Fall einer erfolgreichen Papstwahl um 10. 30 Uhr Rauch aufgestiegen wäre. Das heißt, die Wahlberechtigten stimmen derzeit zum dritten Mal ab. Gegen Mittag wird das Ergebnis dieses Wahlgangs wieder per Rauchzeichen bekanntgegeben.

+++ 9.42 Uhr: So läuft der Tag im Vatikan +++

Nach der Frühmesse wollten die 115 wahlberechtigten Kardinäle in bis zu vier Urnengängen darüber abstimmen, wer künftig die katholische Kirche führen soll. Ob das im Tagesverlauf gelingt, ist offen. Vatikan-Beobachter in Rom rechnen damit, dass die Kardinäle noch in dieser Woche einen Papst küren. Ein neuer Papst ist erst dann gewählt, wenn ein Kandidat die Zweidrittel-Mehrheit erreicht. Der Nachfolger des zurückgetretenen Benedikt XVI. muss so mindestens 77 Stimmen bekommen.

+++ 7.00 Uhr: Favoritenkreis auf vier eingegrenzt +++

Vatikan-Kenner haben den Kreis der Favoriten auf vier eingegrenzt, darunter der Mailänder Erzbischof Angelo Scola und der Brasilianer Odilo Pedro Scherer aus São Paulo. "Die katholische Kirche wird bis Donnerstag einen neuen Papst haben", kündigte der Erzbischof von New York, Timothy Dolan an, der selbst als einer von mehreren Top-Kandidaten gehandelt wird. Am 19. März, dem Fest des heiligen Josef, könnte dann die Messe zur feierlichen Einführung des neuen Pontifex gefeiert werden, so Dolan. Auch die Buchmacher rechnen mit einer Entscheidung für einen neuen Papst bis Donnerstag.

+++ 6.00 Uhr: Zweiter Tag des Konklave beginnt +++

In der Sixtinischen Kapelle in Rom geht die Wahl eines neuen Papst weiter. Nach der erfolglosen ersten Abstimmung am Vorabend, die Vatikan-Beobachter als Stimmungstest unter den 115 Kardinälen werteten, sind jetzt bis zu vier Wahlgänge am Tag vorgesehen.

+++ 3.31 Uhr: Erzdiözese zahlt Millionen-Entschädigung +++

Die Erzdiözese von Los Angeles zahlt vier Missbrauchsopfern eines Priesters eine Entschädigung von insgesamt fast zehn Millionen Dollar (mehr als 7,5 Millionen Euro). Darauf einigten sich nach eigenen Angaben die Anwälte der Opfer, des früheren Priesters und des Kardinals Roger Mahon. Mahony, der derzeit beim Konklave zur Papstwahl in Rom weilt, habe der Einigung Anfang März zugestimmt. Der Priester Michael Baker hatte in den 1970er Jahren mehrfach die vier Jungen missbraucht, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Die Opfer werfen dem damaligen Erzbischof Mahony vor, ihn weiter im Priesteramt gelassen zu haben, obwohl Baker 1986 zugegeben hatte, in der Vergangenheit Minderjährige missbraucht zu haben.

nik/kmi/kng/DPA / DPA