HOME

Verhaftung wegen Spionageverdacht: Deutsche Journalisten in der Türkei wieder auf freiem Fuß

Weil sie Spione und Provokateure sein sollen, wurden am Samstag drei deutsche Fotoreporter von der türkischen Polizei verhaftet. Jetzt wurden sie freigelassen - allerdings unter Auflagen.

Drei im Südosten der Türkei festgenommene Fotoreporter aus Hannover sind nach 31 Stunden wieder freigelassen worden. Am Montag werde es aber noch eine Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft in der Stadt Diyarbakir geben, teilten das kurdische Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V., Civaka Azad, und einer der Fotografen, Björn Kietzmann, über Twitter mit.

Ein ausländischer Journalist in der Türkei, der mit den Deutschen in Kontakt ist, aber nicht namentlich genannt werden wollte, bestätigte, die drei Reporter seien in ihr Hotel gebracht worden. Sie würden sich vor dem Treffen mit der Staatsanwaltschaft mit Anwälten beraten.

Die drei Fotojournalisten waren in der kurdisch geprägten Region, um über die Proteste gegen die von der Terrormiliz IS eingekesselte syrische Stadt Kobane zu berichten. Dabei waren im Südosten der Türkei in den vergangenen Tagen mehr als 30 Menschen getötet worden.

Journalisten mit Touristenvisum?

Kietzmann und seine Kollegen Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer waren am Samstagnachmittag von der türkischen Polizei in Diyarbakir festgenommen worden. Ihnen wurde vorgeworfen, Spione und Provokateure zu sein. Unklar war zunächst, ob sie mit einem Journalistenvisum oder als Touristen eingereist waren.

Kietzmann, der seit 2009 als freiberuflicher Fotoreporter arbeitet, gehört dem Berufsverband Freelens an. Grodotzki ist Teil der Fotografen-Kooperative "Visual Rebellion" und gewann unter anderem 2013 den "dpa News Talent Award". Neugebauer, ebenfalls von "Visual Rebellion", hat unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", den "Spiegel" sowie den "Tagesspiegel" und die "taz" gearbeitet.

DPA / DPA