HOME

Von Grönemeyer bis Sarah Connor: Dresden kontert Pegida mit Künstler-Großaufgebot

In Dresden haben 22.000 Menschen mit einem hochkarätig besetzten Konzert für Toleranz demonstriert und ein Zeichen gegen Pegida gesetzt. Aber nicht nur die Stars, auch junge Redner fielen positiv auf.

Von Anna-Beeke Gretemeier, Dresden

22.000 Menschen tanzen im Regen zu den Reggae-Klängen von "Redemption Song". Das "Erlösungslied" von Bob Marley kommt für Dresden wie gerufen. Wolfgang Niedecken und Gentleman fordern das Publikum auf, gemeinsam für Weltoffenheit und Toleranz zu springen. Der BAP-Sänger ermutigt die Stadt: "Bleibt immer schön stark." Und Gentleman schließt sich dem Vorredner Sebastian Krumbiegel von den Prinzen an: "Es gibt einiges gerade zu rücken, Dresden. Ich bitte Euch: Guckt, wer bei Demonstrationen rechts und links von Euch mitläuft."

Schaut man sich an diesem Abend um, sieht man viele ausgelassene Gesichter - trotz des schlechten Wetters und fast vierstündigem Programm bleibt das Publikum in der Kälte standhaft. Unter dem Motto "offen und bunt" setzen zehntausende Bürger ein Zeichen gegen die fremdenfeindlichen Aufmärsche der vergangenen Wochen. Der Neumarkt vor Dresdens Frauenkirche ist bis zum Schluss überfüllt. Das Großaufgebot deutscher Künstler um Herbert Grönemeyer, Sarah Connor, Adel Tawil und Silly erfüllt seinen erhofften Zweck.

"Zutiefst undemokratisch"

Sie sind hier, um zu singen, aber auch um sich zu positionieren. Grönemeyer macht klar: "Wenn mal wieder eine religiöse Gruppe für vielschichtigste, teilweise diffuse Befürchtungen als Sündenbock und Zielscheibe ausgemacht wird, ist das eine Katastrophe! Das ist absurd, gemein, zutiefst undemokratisch, unrecht und das geht gar nicht! Dort waren wir schon mal und dort wollen wir nicht mehr hin." Tosender Applaus. Dresden scheint sich einig. Die von Pegida zum Erscheinen ermunterten Wutbürger sind kaum zu vernehmen. Vereinzelt gesichtete Deutschlandfahnen hören auf zu schwenken.

Aber nicht nur die Bands haben ihre Botschaften mitgebracht. Neben den Organisatoren vom Verein "Dresden - Place to be" fallen vor allem junge Redner positiv auf. Da ist zum Beispiel das Mädchen Shaghayegh, das aus dem Iran nach Deutschland flüchtete und nun in Chemnitz lebt. Sie erklärt dem Publikum auf englisch: "Macht uns nicht für Eure Probleme verantwortlich. Mit dem Finger auf Minderheiten zu zeigen, ist keine Lösung."

Bürgerfest macht Hoffnung

Der eindrucksvolle Auftritt von "i,-slam"-Mitglied Nemi El-Hassan aus Berlin lässt den Platz erneut verstummen. Charmant überspielt sie ihre Nervosität auf der Bühne mit dem Satz: "So viele Leute kenn' ich sonst nur von arabischen Hochzeiten." Das Publikum lacht und wird mucksmäuschen still, als Nemi ihren selbstgeschriebenen Text über die Angst, die Deutschland - auch manchmal vor ihr - empfindet, vorträgt. Würde die Menge nicht schon stehen, es wäre die Performance für Standing Ovations.

Als Jacob Giles von DD-Nazifrei und später dann auch noch Khaldun Al-Saadh vom Islamischen Zentrum Ministerpräsident Tillich sein Fett weg geben und dafür bejubelt werden, wird deutlich, welchen Einfluss das Bürgerfest auf die gesamte Stimmung der Stadt zu haben scheint. Sätze wie "Natürlich gehört der Islam zu Sachsen - wie Blümchenkaffee zur Eierschecke" holen die Leute ab. Dresden hört endlich zu. Und vor Ort gefeierte Forderungen wie der "Winterabschiebe-Stopp" für Flüchtlinge in Deutschland machen Hoffnung, dass es der Anfang von etwas Neuem ist.

Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.