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Dresden: Polizei räumt besetzte Rotbuche

Spektakuläre Räumung eines Baums in Dresden: Ein Polizeispezialkommando hat in der Nacht die seit Mitte Dezember von Robin-Wood besetzte Rotbuche geräumt. Sie soll wegen des Baus der umstrittenen Waldschlößchenbrücke gefällt werden. 100 Menschen haben gegen den Einsatz protestiert.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei hat in der Nacht in Dresden eine besetzte Rotbuche geräumt, die von Gegnern der umstrittenen Waldschlößchenbrücke besetzt gehalten wurden. Die Besetzung von zehn Aktivisten und drei Aktivisten auf einer benachbarten Linde sei beendet worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Damit könnten die geplanten Baumfällarbeiten beginnen.

Die Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood hatten die Rotbuche seit dem 12. Dezember besetzt gehalten. Sie protestierten damit gegen die geplante Fällung und gegen die umstrittene Brücke. Der Einsatz sei von etwa 50 Sympathisanten und Unterstützern von Robin Wood beobachtet worden, sagte der Sprecher. Gegen Morgen sei die Versammlung auf rund 100 Personen angewachsen. Etwa zehn Personen seien in Gewahrsam genommen worden.

Die Organisation Robin Wood kritisierte die "Nacht- und Nebelaktion" der Behörden. Bei dem Einsatz seien Menschenleben gefährdet worden, sagte Robin-Wood-Sprecherin Sara-Ann Lampmann. Dies werde nur noch mehr Menschen gegen den Bau der Waldschlößchenbrücke aufbringen.

Die Buche in der Radeberger Vorstadt soll gefällt werden, weil sie bei der Verbreiterung einer Fernstraße im Weg steht, die zu der geplanten Brücke führen soll. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen begannen die Bauarbeiten für die Elbbrücke Mitte November vergangenen Jahres. Die Unesco hat für den Fall, dass das Vorhaben realisiert wird, mit der Aberkennung des Welterbetitels für das Elbtal gedroht.

AP / AP