Dürre Schiffe müssen Barcelona mit Wasser versorgen


Die spanische Metropole Barcelona leidet unter einer Jahrhundertdürre. Deswegen müssen jetzt Schiffe die Stadt mit frischem Trinkwasser versorgen. Die Regionalregierung sieht in der Versorgung allerdings nur eine Notlösung, bis die neue Entsalzungsanlage fertiggestellt ist.

Die unter einer "Jahrhundertdürre" leidende Millionenstadt Barcelona wird per Schiff mit Trinkwasser versorgt. Am Dienstag traf im Hafen der zweitgrößten spanischen Stadt das erste mit Wasser beladene Tankschiff ein. Seine Ladung von 20.000 Kubikmetern entspricht dem Tagesverbrauch von 170.000 Menschen.

An den kommenden Tagen sollen weitere Schiffe folgen, die Trinkwasser aus Tarragona und Marseille nach Barcelona bringen. Die Regionalregierung in Katalonien erklärte, alle zwei Monate würden zehn Schiffsladungen erwartet. "Die Lieferungen sind eine Notlösung, um Engpässe zu vermeiden, bis eine Entsalzungsanlage fertiggestellt ist", erklärte eine Regierungssprecherin.

Im Großraum der katalanischen Metropole leiden fünf Millionen Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. Die Wasserreservoirs sind nur zu etwa einem Fünftel gefüllt. Die Behörden befürchten, dass die Pegel bis auf 15 Prozent sinken könnten. Dann wird empfohlen, das Wasser nicht mehr zu trinken. Die neue Entsalzungsanlage soll im kommenden Mai fertiggestellt werden. Die Einwohner des Großraums Barcelona verbrauchen pro Tag rund eine Millione Kubikmeter Wasser. Es wird erwartet, dass die Importe die Wasserversorgung für weniger als drei Tagen sicherstellen. Angesichts der bevorstehenden Ferienzeit versucht die Region, Einschränkungen beim Wasserverbrauch zu verhindern. So wurden Brunnen und Strandduschen bereits abgeschaltet.

In den vergangenen Tagen hatte es in der Gegend allerdings heftig geregnet, so dass die Wasserreserven in den Stauseen von 20 auf 27 Prozent der Fassungskapazitäten stiegen. Die katalanische Handelskammer forderte, aufgrund der Niederschläge die Wasserlieferungen per Schiff einzustellen, weil dadurch das Image von Barcelona Schaden nehme.

AP/DPA AP DPA

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