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ZDF-Moderatorin: Dunja Hayalis heftige Antwort an alle Flüchtlingshasser

"Fick dich, du Flüchtling": Hassnachrichten wie diese bekommt die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali zuhauf. Nun macht sie ihrem Ärger Luft und antwortet allen Hatern auf Facebook.

Von Lisa-Marie Eckardt

Moderatorin Dunja Hayali bei ihrer Talkshow "Donnerstalk" im ZDF

Moderatorin Dunja Hayali bei ihrer Talkshow "Donnerstalk" im ZDF

Der Hass gegen Flüchtlinge greift um sich - und verstopft die Sozialen Netzwerke. Weil Facebook zwar Brüste sperrt, aber rassistische Kommentare weiterhin toleriert, sind viele Betroffene den Anfeindungen hilflos ausgeliefert. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat davon genug. Mit einem Facebook-Kommentar setzt sie sich nun zur Wehr.  

Sie ist nicht die erste, die ihre Wut über die rassistischen Ressentiments öffentlich zum Ausdruck bringt - zuvor hatten sich bereits Anja Reschke, Til Schweiger und Joko & Klaas zu Wort gemeldet. Doch Hayali, selbst irakischer Abstammung, wird oft auch persönlich beleidigt. 

"Fick dich, du Flüchtling"

In ihrem Kommentar schreibt die "Morgenmagazin"-Moderatorin, stellvertretend für die vielen Hassnachrichten, die sie erreichen: "Fick dich du Flüchtling - dein Name ist schon eckelhaft genug - verlasse unser Deutschland - ...". Ihr Kommentar richtet sich an alle, die ihr solche und schlimmere Nachrichten schreiben.

- FICK DICH DU FLÜCHTLING – DEIN NAME IST SCHON EKELHAFT GENUG - VERLASSE UNSER DEUTSCHLAND - ...An alle, die solche...

Posted by Dunja Hayali on Samstag, 29. August 2015

"Aber was???"

Was Hayali, die im Sommer die Talkshow "Donnerstalk" moderierte, dabei besonders erschreckend findet, sind die "Ja-Aber-Kommentare". "'Ich habe ja nichts gegen Flüchtlinge, aber ...' Aber was???", fragt sie.

"Die Flüchtlinge, die alles hinter sich gelassen haben, Haus, Job, Leben, Würde, Zukunft... Die Flüchtlinge, die im Meer versinken, in Lastwagen ersticken, vergewaltigt werden, weil sie von uns ein Taschengeld wollten? Asylschmarotzer? Es gibt keine Asylschmarotzer. Das Asylrecht ist ein Menschenrecht. Ach ja, ich weiß, Sie meinen ja nicht die richtigen (Kriegs-), sondern die falschen (Wirtschafts-) Flüchtlinge. Die aus den Balkanstaaten oder aus Afrika. Ja, es stimmt und gehört zur Wahrheit dazu: wer aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommt, hat kein Anrecht auf Asyl und muss so schnell wie möglich in sein Land zurückgeführt werden. Auch das gehört dazu, wenn man das Asylrecht schützen möchte. Nicht schön, dennoch unvermeidbar. Aber wir Bürger sind nicht die Richter. Wer sind wir, anderen zu verbieten, das Beste für sich und die eigenen Kinder zu suchen? "

"Hören Sie auf mit dem 'Ja, aber'"

Hayali erinnert die selbsternannten Asylkritiker, dass sie gegen die Politik demonstrieren können, wenn sie unzufrieden sind, statt die Flüchtlinge anzugreifen. Sie selbst habe die Flüchtlingsdebatte schon als junge Journalistin begleitet, als sie 1993 den Solingen-Prozess im Gerichtssaal verfolgte. Die Moderatorin fürchte sich davor, was noch alles passieren werde. "Das ist Deutschland? Das ist unwürdig und beschämend. Für dieses Land, das so großartig ist."

Anschließend appelliert Hayali an alle "Ja, aber"-Sager: "Also hören Sie auf mit dem 'Ja, aber'. Es geht jetzt um was. Denken Sie doch mal nach! Nicht die Flüchtlinge gefährden unsere Zukunft. Sondern Sie, die Sie mir diese ehrabschneidenden Nachrichten schicken." Mehr als 36.000 Menschen gefiel der Facebook-Post schon nach wenigen Stunden.

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