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EKD-Ratsvorsitzende: Thierse hofft auf Rückendeckung für Käßmann

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hofft nach der Trunkenheitsfahrt von Margot Käßmann auf ausreichende Rückendeckung für die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) hofft nach der Trunkenheitsfahrt von Margot Käßmann auf ausreichende Rückendeckung für die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er hoffe, dass die Gläubigen der Landeskirche Niedersachsen und die Bischofskollegen der EKD zu Käßmann stehen und sie stützen, sagte Thierse den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Kölnischen Rundschau" (Mittwochsausgaben). Die meisten Menschen würden "kurz innehalten, an sich selbst denken und nicht den ersten Stein werfen, weil auch sie schon in ähnlicher Situation gefehlt" hätten, sagte Thierse. Geistliche seien auch nur Menschen.

Käßmann genieße durch ihre öffentlichen Bekenntnisse zu ihrer Scheidung und Krebserkrankung einen großen Sympathievorsprung und er glaube nicht, dass dieser Vorsprung nun aufgebraucht sei. Thierse bedauerte zudem "eine verbreitete Häme".

Christian Weisner, Sprecher der Reformbewegung "Wir sind Kirche", sagte, Alkohol komme wie in anderen Gesellschaftsbereichen auch in Kirchenkreisen vor. "Ihr Rücktritt wäre übertrieben. Wir sollten die Kirche im Dorf lassen."

Auch der religionspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Raju Sharma, sagte, Käßmann habe für sich nicht den Anspruch der Unfehlbarkeit erhoben. Sie sei ein Mensch mit Fehlern und Schwächen, der sich nun den weltlichen Konsequenzen zu stellen habe. Auf die Frage, ob sie zurücktreten müsse, sagte Sharma: "Der einzige Rücktritt wäre der von ihrem Führerschein."

AFP / AFP