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EKD-Vorsitz: Bischöfin Käßmann rückt an die Kirchenspitze

Die Evangelische Kirche in Deutschland wird zum ersten Mal in ihrer Geschichte von einer Frau geführt: Das Kirchenparlament hat Hannovers Landesbischöfin Margot Käßmann in das höchste Amt der deutschen Protestanten gewählt. Auf Käßmann warten schwierige Aufgaben.

Die Hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ist neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die 51 Jahre alte Theologin wurde am Mittwoch bei der EKD-Synode in Ulm als erste Frau in das Amt des höchsten Vertreters der deutschen Protestanten gewählt. Käßmann erhielt 132 von 142 abgegebenen Stimmen bei vier Enthaltungen, fünf Nein-Stimmen und einerm ungültigen Stimme.

Käßmann war die einzige Kandidatin für den Ratsvorsitz. Sie tritt die Nachfolge des Berliner Bischofs Wolfgang Huber (67) an, der mit Erreichen des Pensionsalters ausscheidet. Die 51-Jährige hat angekündigt, mit einer zeitgemäßen Kirche mehr Menschen für den Glauben gewinnen zu wollen.

Die neue EKD-Chefin wurde am Dienstag bereits mit deutlichem Vorsprung vor allen anderen Bewerbern in den Rat gewählt, der die Regierung der Kirche darstellt. Sie ist seit mehr als zehn Jahren Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland.

Auf Käßmann kommen nun große Aufgaben zu. Weil die Mitgliederzahlen und Einnahmen schrumpfen, hatte ihr Vorgänger Huber der Kirche bereits einen radikalen Reformkurs verordnet. Neben einer Straffung der Strukturen arbeitet die Kirche an einer Schärfung ihres protestantischen Profils. Die künftige Leitung der EKD wird diesen an der Basis und bei den Pastoren teils umstrittenen Kurs weiter gestalten müssen. Zudem gilt es, das zuletzt belastete Verhältnis zu den Katholiken weiter zu verbessern.

DPA/AP / AP / DPA