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Ende der Wehrpflicht: Schließung von Wehrersatzämtern geplant

Die Bundeswehr will laut einem Zeitungsbericht offenbar einen Großteil der Kreiswehrersatzämter schließen. Der CDU-Verteidigungsexperte Jürgen Herrmann sagte dem Bielefelder "Westfalen-Blatt" vom Donnerstag, voraussichtlich würden bundesweit nur acht bis zehn der Behörden erhalten bleiben.

Die Kreiswehrersatzämter waren bisher vor allem für die Musterung der Wehrpflichtigen zuständig. Dort bislang tätige Ärzte könnten dem Bericht zufolge in anderen Bereichen eingesetzt werden, zum Beispiel als Truppenärzte, die sich um Rückkehrer aus Auslandseinsätzen kümmern.

Die derzeit vier Zentren der Bundeswehr für Nachwuchsgewinnung in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München sollen laut "Westfalen-Blatt" mit den verbleibenden Kreiswehrersatzämtern verschmelzen. Die Zentren waren für die Anwerbung Freiwilliger eingerichtet worden. Obwohl die Bundeswehr schrumpfe, "werden wir viel Geld in die Hand nehmen müssen, um junge Freiwillige zu werben", sagte Herrmann. Es werde nicht einfach sein, die jährlich geplante Zahl von 7500 zu erreichen. "Wir werden verstärkt Frauen ansprechen", kündigte der CDU-Politiker an.

Die Bundeswehr beruft am 3. Januar 2011 zum letzten Mal 12.150 Wehrpflichtige ein, die den sechsmonatigen Grundwehrdienst ableisten müssen. Zwar soll die Wehrpflicht erst zum 1. Juli ausgesetzt werden. Die Bundesregierung hat jedoch angekündigt, bereits zum Einberufungstermin am 1. März solle kein Wehrpflichtiger mehr gegen seinen Willen einberufen werden. Danach soll der Pflichtwehrdienst durch einen Freiwilligendienst abgelöst werden. Mit dem Verzicht auf die Wehrpflicht entfällt auch der Zivildienst. Auch hier sollen im Gegenzug freiwillige Angebote ausgebaut werden.

AFP / AFP