HOME

Erschossener schwarzer US-Teenager: Gouverneur zieht örtliche Polizei aus Ferguson ab

Wegen anhaltender Zusammenstöße zwischen Polizisten und Anwohnern in der US-Kleinstadt Ferguson hat der Gouverneur von Missouri die örtliche Polizei abgezogen.

Seit ein weißer Polizist am Samstag einen schwarzen Teenager erschossen hat, ist in Ferguson kaum noch Polizeiarbeit möglich

Seit ein weißer Polizist am Samstag einen schwarzen Teenager erschossen hat, ist in Ferguson kaum noch Polizeiarbeit möglich

Wegen anhaltender Zusammenstöße zwischen Polizisten und Anwohnern in der US-Kleinstadt Ferguson hat der Gouverneur im Bundesstaat Missouri die örtliche Polizei abgezogen. Für die Sicherheit sei dort ab sofort die Polizei des Bundesstaates zuständig, sagte Gouverneur Jay Nixon.

Der Kommandowechsel solle ein milderes Vorgehen der Polizei einleiten und zur Deeskalation beitragen. "Dieser operative Wechsel wird allen Luft zum Atmen verschaffen", sagte Nixon.

Die sogenannte "Highway Patrol" überwacht vor allem den Verkehr, ermittelt aber auch bei anderen Straftaten wie Mord und Diebstahl. Die örtliche Polizei der Stadt mit rund 20.000 Einwohnern war in den vergangenen Tagen mehrfach kritisiert worden.

Obama ruft zu Ruhe auf

Nachdem ein weißer Polizist am Samstag einen schwarzen Teenager erschossen hatte, war es in den darauffolgenden Nächten zu Protesten, Plünderungen und Festnahmen gekommen. Erst hatten die Polizisten sich zurückgehalten und waren dann schwer bewaffnet sowie mit Tränengas und Rauchbomben vorgegangen, um etwa eine Demonstration aufzulösen. Journalisten wurden teils schikaniert oder von der Berichterstattung abgehalten.

US-Justizminister Eric Holder teilte mit, Plünderungen seien nicht hinnehmbar. Zugleich müsse die Polizei darauf hinwirken, die Lage zu entspannen und nicht anzuheizen. Der Einsatz militärischer Ausrüstung und Fahrzeuge sende eine widersprüchliche Botschaft, die ihn zutiefst besorge. Friedliche Protestler müssten demonstrieren und Journalisten ungestört arbeiten können, teilte Holder mit. Zuvor hatte bereits Präsident Barack Obama alle Beteiligten zur Ruhe aufgerufen.