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Erschütterndes Video-Experiment: Würden Sie Ihre Liebsten als Obdachlose erkennen?

Es sind die engsten Familienangehörigen, die dort in Lumpen auf der Straße sitzen. Doch ihre Liebsten gehen achtlos vorbei. Ein Video-Experiment wirbt um mehr Aufmerksamkeit für Obdachlose.

Obdachlose sind Teil des Straßenbildes in vielen Großstädten. Nehmen wir sie überhaupt noch als Menschen wahr oder sind sie für uns nur abstrakte Kulisse? Ein beeindruckendes Experiment aus New York zeigt, wie wenig wir hinschauen, wenn wir an obdachlosen Menschen vorbeigehen. Selbst wenn dort jemand sitzt, der uns sehr nahe ist.

Die New York City Rescue Mission verkleidete für ihr Experiment "Make them visible" Teilnehmer als Obdachlose und setzte sie auf die Bürgersteige der Stadtteile Soho und Tribeca. Anschließend ließen die Macher des Films enge Familienangehörige vorbeigehen. Schwestern, Cousins, Töchter, Ehemänner - sie alle gehen direkt an ihren Lieben vorbei, ohne sie wahrzunehmen. Einige werfen den am Boden Sitzenden sogar einen flüchtigen Blick zu, doch sie bemerken nicht, wen sie da vor sich haben. "Sind die Obdachlosen so unsichtbar geworden, dass wir noch nicht mal unsere eigenen Familienmitglieder erkennen, wenn sie auf der Straße leben würden?", heißt es in dem Clip.

Das Video zeigt auch die fassungslosen Reaktionen der eiligen Fußgänger, als man ihnen die Straßenszenen hinterher vorspielt. Einige haben Tränen in den Augen. "Das Experiment ist eine eindrückliche Erinnerung daran, dass Obdachlose Menschen wie wir sind", zitiert die Huffington Post den Chef der Rescue Mission, Craig Mayes. "Sie haben Schwierigkeiten und leiden. Und sie sind Onkel, Cousin oder Ehefrau."

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Daniel Bakir
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