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Erster Staatsbesuch in Deutschland Papst Benedikt besucht 2011 Berlin, Freiburg und Erfurt


Zweimal reiste das katholische Kirchenoberhaupt bislang nach Deutschland, beide Male als Privatmann. Im September 2011 wird Benedikt nun erstmalig zu einem offiziellen Staatsbesuch in seiner alten Heimat erscheinen.

Papst Benedikt XVI. kommt zu seinem ersten Staatsbesuch nach Deutschland und wird dabei erstmals auch Ostdeutschland besuchen: Ziele seiner voraussichtlich im September 2011 stattfindenden Reise sind die Bistümer Berlin, Freiburg und Erfurt, wie Bundespräsident Christian Wulff und die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag in Berlin und Bonn mitteilten. Wulff hatte den Papst im Oktober eingeladen.

Der 83-jährige Papst war bereits im Jahr 2005 nur wenige Monate nach seiner Ernennung zum Weltjugendtag in Köln gereist. Im Jahr 2006 besuchte er für ihn wichtige Stationen seines Heimatbundeslandes Bayern. Während die erste Reise eine pastorale und die zweite eine private war, ist die nun geplante Reise des Oberhaupts der katholischen Kirche der erste offizielle Staatsbesuch in Deutschland.

"Es ist mir und sehr vielen Menschen in unserem Land eine ganz besondere Freude und Ehre, den Heiligen Vater im 60. Jahr seiner Priesterweihe in seinem Heimatland begrüßen zu dürfen", erklärte Wulff. Große Erwartungen an den Besuch äußerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch: "Der Besuch des Heiligen Vaters in Deutschland wird ein bedeutender Moment im Leben unseres Landes und im Leben unserer Kirche sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass von ihm für viele Menschen kraftvolle Impulse ausgehen werden", erklärte Zollitsch. Weitere Details der Reise sollten noch vor Weihnachten veröffentlicht werden.

Ursprünglich war bereits für dieses Jahr ein Berlin-Besuch des Papstes aus Anlass der Feiern zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit erwartet worden, zu dieser Reise kam es aber nicht. Während in Berlin durch den offiziellen Charakter als Staatsbesuch nun auch offizielle Treffen mit Vertretern der Bundesregierung zum Programm gehören dürften, ist Freiburg das Heimatbistum von Erzbischof Zollitsch.

Ein besonderer Akzent ist der Besuch des Erzbistums Erfurt als rein ostdeutsches Bistum. Nach den Angaben von Bischof Joachim Wanke ist zwar nur ein "kurzer Besuch" geplant. "Für das Bistum Erfurt ist es eine große Ehre und Auszeichnung, dass bei dieser Reise auch an einen Aufenthalt des Papstes hier in Thüringen gedacht wird." In Erfurt befand sich das einzige Priesterseminar der DDR. Zum heutigen Bistum gehört auch die Region Eichsfeld, die nach der Reformation katholisch blieb und auch in der DDR weiter katholisch geprägt blieb.

Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) erklärte, "für viele Thüringerinnen und Thüringer geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung." Der Besuch sei eine große Anerkennung für das Bundesland. "Eine Anerkennung für die Unbeugsamkeit der katholischen Christen in Zeiten der Teilung. In Zeiten, in denen das Christentum in der DDR marginalisiert werden sollte, was im katholischen Eichsfeld nie gelungen ist." Es sei aber auch eine Anerkennung der Aufbauleistung in den neuen Ländern.

AFP AFP

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