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Escort-Girls: "Bei uns ist alles inklusive"

Die Beziehung zu einigen Luxus-Callgirls kostete gerade den New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer den Posten. Solche Damen gibt es auch bei uns: Eine heißt Jocelyn und spendet Männern in Leipzig exklusive Freuden. Mit stern.de sprach sie über Preise, Praktiken - und was sie nie machen würde.

Von Karin Spitra

"Amerikanerin, zierliche, sehr hübsche Brünette, 1,67 Meter groß, 52 Kilo" - so beschreibt sich "Kirsten", alias Ashley Dupré von Luxus-Callgirlring Emperor's Club V.I.P. Das vierstündige Schäferstündchen mit ihr hatte gerade den US-Politiker Eliot Spitzer sein Amt gekostet. Und seine Ehefrau durfte in der gesamten US-Presse nachlesen, dass ihn der Spaß 4300 US-Dollar gekostet hatte - Minibar inklusive. Hätte der kontaktfreudige New Yorker Gouverneur ähnliche Dienste im schönen Leipzig in Anspruch genommen, wäre es deutlich billiger gekommen: Hier hätte er für die gleichen Freuden 600 Euro gezahlt.

So viel verlangt Jocelyn, 23 Jahre alt. Natürlich ist das nicht ihr richtiger Name, aber sonst beschreibt sie sich auf ihrer Website sehr ehrlich: "Deutsch, 167 cm, dunkelbraune lange Haare, grüne Augen, Maße: 94-66-92, 56 Kg, Körbchengröße 75 C." So viel Schönheit hat seinen Preis - "aber der hängt bei uns halt auch vom Standort ab", erklärt Jocelyn. Würde sie ihrem Geschäft in Hamburg, München oder einer großen Messestadt wie Frankfurt nachgehen, könnte sie für vier Stunden schon deutlich mehr verlangen. "Hinzu kommt, dass es Jocelyn erst seit August gibt. Wenn man neu am Markt ist, kann man auch noch nicht so exklusive Preise verlangen", erzählt die junge Frau.

200 Euro kostet ein "Dinner-Date". In den zwei Stunden wird tatsächlich nur gemeinsam gegessen, "kennen lernen" nennt das Jocelyn. Wer mehr will, der ist beim "Tête-à-tête" richtig, denn dort gibt's schon "erotische Zweisamkeit für 400 Euro", wie Jocelyn die blumigen Umschreibungen übersetzt. "Übernachtung mit gemütlichem Frühstück und Reanimation" kostet dann gleich 1200 Euro - Spesen selbstverständlich exklusive. Das kann sich ganz schön läppern, "denn ich bin absolut nicht besuchbar", erläutert das Callgirl. Wer ihre Dienste in Anspruch nehmen will, muss sie also erst einmal anreisen lassen - gerne auch per Bahn und Flugzeug, dafür kommen dann nochmals extra Reisekosten hinzu. Hotelzimmer, Schampus oder ähnliche Getränke zahlt natürlich auch der Mann.

Unangenehme Männer werden ausgesiebt

"Dafür verrechnen wir dann aber keine Extras", hat Jocelyn einen kleinen Trost parat. "Im Gegensatz zum Puff, wo jedes Extra abgerechnet wird, ist bei uns alles inklusive." Doch Geld allein reicht nicht, um in den Genuss von Jocelyns Dienste zu kommen. "Ich telefoniere mit jedem Kunden vor der Verabredung. Dabei werden die Extrawünsche abgesprochen", verrät die Edelhure. Genauso wichtig sei ihr der vorherige Kontakt aber auch, um die Kunden vorher auszusieben. "Wer mich nicht mit Respekt behandelt, kommt nicht zum Zug", lautet ihr Credo. Typen die glauben, sie würde ihnen gehören, nur weil sie ihr Geld geben, findet sie gräßlich - und sortiert sie aus.

Das sei auch wichtig, um Spaß am Job zu haben. "Ich komme aus einer ganz normalen bürgerlichen Familie. Aber ich hatte schon immer einen Hang dazu, mehrere Männer zu haben", erzählt Jocelyn. Und dass sie irgendwann gedacht hätte "Mensch, lass' doch mal das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden." Denn ohne Spaß - da ist sich die Leipziger Studentin sicher - könne man in dem Job auch nicht erfolgreich arbeiten: "Man kann einem Kunden vielleicht ein, zwei Stunden etwas vormachen, aber das über mehrere Stunden durchzuhalten ist unmöglich."

Nur mit Spaß dran, ist man auch gut

Deshalb sei das Aussieben unangenehmer Kunden auch so wichtig: "Ich mache ja selbst meist nur Termine ab vier, fünf Stunden - da muss die Chemie stimmen." Das sei aber gar nicht so schwierig, erzählt Jocely weiter: "Viele wollen einfach nur eine schöne Zeit erleben und aus ihrem Alltag herausgerissen werden. Man glaubt gar nicht, wie viele Männer einfach nur herumalbern und lachen und knutschen wollen." Und dass das mit den Extras gar nicht so wild sei. Dass Männer viel simpler gestrickt seien, als man oft annimmt. Höchstens ein Drittel würden noch einen zusätzlichen Kick brauchen. So wie neulich, als ein Kunde "wirklich sehr viel mit Nylons" wollte.

Dass sie gerne mit einer Freundin ("Scarlett") zusammen arbeitet, es aber für viele Männer auch eine Preisfrage sei. "Immerhin müssen sie dann zwei Damen bezahlen, das läppert sich", so Jocelyn. Dass einige Männer richtiggehend auf sie sparen würden. Und dass sie eigentlich keine Tabus kennt. Außer einem: "Ohne Gummi geht gar nichts."

Denn was Jocelyn zum Luxus-Callgirl macht, ist nicht der höhere Preis, oder die Art möglicher Extras. "Der Unterschied zu einer normalen Hure liegt darin, dass wir uns auf die Männer einlassen", erzählt sie. Und dass sie mit ihren Kolleginnen versuchen würde, den Männern genau das zu geben, was sich diese wünschen: "Wir streicheln ihre Seelen - und nehmen dafür Geld."

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