VG-Wort Pixel

Gegen Fremdenfeindlichkeit Ex-Nazi kämpft mit einer wichtigen Botschaft gegen Populismus

"Adolf Hitler ist der Pate des Nationalsozialismus. Er ist die Referenz in dieser Ideologie, in dieser Weltsprache. Was wir verteidigt haben und was wir erreichen wollten, war ein Schweden, in dem nur "ethnische Schweden" lebten und niemand anderes."
Kimmie Ahlen ist 27 Jahre alt - und ehemaliger Neo-Nazi. Mit 12 Jahren wurde er von seinen Klassenkameraden gemobbt. Zu dieser Zeit trat er einer Skinhead-Bande bei, die den Holocaust leugnete und von der Überlegenheit der "weißen Rasse" überzeugt waren. Obwohl es keinen einzigen Migranten in dem 3.000-Seelen-Ort gab.
„Was passiert war, ist, dass ich eine Gruppe gefunden habe, mit der ich gut rumhängen konnte. Wir haben Alkohol zusammen getrunken und Partys gefeiert. Das hat mir eine Identität gegeben und das Gefühl jemand zu sein.“ Wenn Ahlen nicht linke Aktivisten auf Demos verprügelte, erfand er fiese Geschichten über Migranten.
Irgendwann wurden Drogen wichtiger als seine Skinhead-Freunde. Doch seine nationalsozialistischen Überzeugungen gab Ahlen zunächst nicht auf. Erst ein anderes Erlebnis bewegte ihn wirklich zum Umdenken: „Ich kam zum Box-Club, und sie sagten: Du wirst mit Ohmed arbeiten. Er wird dir helfen. Ich erinnere mich, dass ich sagte, dass ich nicht mit Ohmed trainieren wolle, ich will nicht mit einem scheiß Einwanderer üben. Aber dann sagten sie mir, ich solle nach Hause gehen oder mit Ohmed arbeiten. Und ich wollte das Boxen unbedingt lernen. Es war entweder das oder überhaupt nicht boxen lernen. Ich sagte zu mir selbst, ich werde sein Wissen nutzen, bis ich weiß, wie man boxt. Und es stellte sich heraus, dass er ein super cooler und super netter Kerl war.“
Heute hält Ahlen Reden vor Teenagern und warnt sie vor der gefährlichen Verführung des Hasses. In Schweden leben 10 Millionen Menschen. Seit 2014 hat das Land 300.000 Migranten aufgenommen. In Ahlens Augen ist es die Ausgrenzung, die Menschen zum Hass bewegt. „Es ist absolut nicht richtig, ein Rassist zu sein, aber man muss auch verstehen, dass manche Leute rassistisch sind und man muss ihnen Toleranz zeigen und mit ihnen reden, anstatt die Tür zu schließen und eine ganze Gruppe alleine zu lassen, damit sie noch hasserfüllter und gewalttätiger und gefährlicher wird.“
Mehr
Kimmie Ahlen ist ehemaliger Neonazi und war jahrelang Mitglied einer Skinhead-Gruppe. Heute beunruhigt den 27-jährigen Schweden die Ausbreitung des Populismus in Europa. Und er kämpft gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit.

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker