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Satire-Clip "Willkommen in Dresden" Wenn aus dem Pack plötzlich Flüchtlinge werden - "extra 3"-Film wird zum Hit


Stellen wir uns mal vor, alle Pegida-Anhänger in Dresden wären Flüchtlinge. Das Satire-Magazin "extra 3" hat das mal durchgespielt - und mit dem Film von Reporterin Caro Korneli einen bittersüßen Hit im Netz gelandet.

"Millionen Menschen können nicht irren", hieß es früher in der Werbung. So ähnlich funktioniert das immer noch, auch im Zeitalter von Facebook und Twitter: Wenn einem drei, vier zuverlässige Freunde den gleichen Artikel, Clip oder Link empfehlen, ist da in der Regel was dran.

Das so entdeckte Fundstück von heute ist der Clip "Willkommen in Dresden" des NDR Satire-Magazins "extra 3".

Er fängt bedrohlich an, aus dem Off raunt eine Sprecherin: "Auch diese Woche kamen sie zu Tausenden. Verzweifelte Menschen ziehen durch die Straßen Dresdens." Schnitt auf die Reporterin, die bedeutungsschwer das Schicksal der gezeigten Menschen beklagt: "Sie kommen mit Angst und Verzweiflung und der Hoffnung auf ein besseres Leben."

Der Sound einer Newsreportage zum Thema Flüchtlinge, so scheint es. Unterlegt werden die dramatischen Worte jedoch durch Bilder von "Pegida"-Anhängern bei ihrem montäglichen Spaziergang durch Dresden.

Ist das wirklich komisch? Unbedingt! Etwa wenn es zu Bildern von fahnenschwenkenden Dumpfbacken heißt: "Es sind eben nicht nur die gut ausgebildeten Ingenieure, die man hier so gerne hätte, sondern auch Leute, die nicht das Glück hatten, eine Schule zu besuchen." Oder auch "Es wird eine Mammutaufgabe, diese Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren."

Es ist nicht das erste Mal, dass das NDR-Satire-Magazin treffsicher den rechten Mob bloßstellt. Ex-Moderator Tobi Schlegel etwa trieb sich bereits vor ein paar Monaten im Dunstkreis von Pegida herum - als Moslem verkleidet. (LINK). Auch eine Wahlwerbung der AfD wurde aufs Korn genommen - und einem Ehrlichkeits-Check unterzogen (Link).

Am Thema Humor im Fernsehen scheiden sich die Geister. Doch "extra 3" schafft es inzwischen zuverlässig, am Mittwochabend selbst dem größten Zyniker vorm TV zumindest das ein oder andere Grinsen abzuringen. Respekt, das ist schwer genug. Dank dafür an Christian Ehring, Caro Korneli und all die anderen.


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