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Facebook-Jagd nach geklautem Smartphone: Fotogrüße vom Handydieb

Als Ingo V. sein Handy verliert, hat er es schnell abgeschrieben. Doch dann lädt der Dieb versehentlich mehr als 150 Schnappschüsse von sich in Ingos Dropbox hoch. Der Beginn einer verrückten Jagd.

Von Daniel Bakir

Zumindest der Anfang dieser Geschichte dürfte dem ein oder anderen bekannt vorkommen: Nachts angeheitert von einer Party nach Hause kommen, todmüde ins Bett fallen, und am nächsten Morgen feststellen, dass das Handy weg ist. Verloren gegangen irgendwo auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn. Blöd gelaufen, dachte sich Ingo V., 21-jähriger Medientechnik-Student aus Düsseldorf. 200 Euro hatte er erst vor wenigen Monaten für sein Huawei-Smartphone bezahlt, für ihn als Studenten eine ordentliche Stange Geld. Keiner seiner Freunde hatte das Gerät gefunden, und auch die Polizei machte ihm wenig Hoffnung.

Damit wäre der Fall erledigt gewesen, hätte Ingo nicht zwei Wochen später eine erstaunliche Entdeckung gemacht. In seinem Dropbox-Ordner finden sich 153 neue Fotos, hochgeladen von seinem gestohlenen Handy. "Das Handy muss sich in ein W-Lan eingeloggt und den automatisch eingestellten Upload ausgelöst haben", sagt Ingo stern.de. Die Fotos zeigen den neuen Besitzer des Smartphones, einen athletischen Mann mit kurzgeschorenen, dunklen Haaren, der sich offenbar sehr über das neue Handy freut. So sehr, dass er - ohne die Einstellungen des Geräts zurückzusetzen - erst einmal ein Dutzend Fotos von sich mit nacktem Oberkörper vor dem Spiegel schießt. Brust-Tattoo und Gangsterpose inklusive. Im Spiegel zweifelsfrei zu erkennen: Die Rückseite von Ingos Handy.

Familienfotos des Handydiebes

Dazu liefert der mutmaßliche Dieb unfreiwillig eine komplette Homestory: Die übrigen Fotos zeigen die Freundin oder Frau des Tattoo-Mannes und seine Kinder - auf dem Sofa, im Auto-Scooter und im Cowboy-Kostüm. Außerdem ein paar Schnappschüsse von der Mutter oder Schwiegermutter. Diese Leute haben Ingo also sein Handy geklaut - oder es zumindest gefunden und nicht zurückgegeben. Aber wer ist die schrecklich nette Dropbox-Familie? Leider findet sich auf den Fotos kein Name, kein Hinweis auf die Adresse der Wohnung und auch kein Autokennzeichen.

Ingo bringt die Fotos zur Polizei. "Die fanden das auch ganz spannend", erzählt Ingo. Polizeibekannt ist der Tattoo-Mann aber nicht. Für eine öffentliche Fahndung reicht die Sachlage nicht aus. Man könne nicht einfach davon ausgehen, dass der Mann das Handy gestohlen habe, er sei "nicht konkret tatverdächtig", sagt ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei zu stern.de. Ingo kommt er dagegen sehr verdächtig vor, weil die Fotos kurz nach dem Verschwinden des Handys datiert sind.

Da sich nichts tut, kommt Ingo auf die Idee, eine eigene kleine Fahndung einzuleiten: Er schreibt über den Sachverhalt auf Facebook und postet Fotos von Tattoo-Mann, Frau und Mutter. "Ich kann nicht sagen, wer hier der Dieb ist, ich weiß nur, dass Bilder von einer fremden Familie in meiner Dropbox gelandet sind", schreibt er dazu. Wer die Personen kenne, könne eine Nachricht schicken.

Facebook-Gemeinde auf Verbrecherjagd

Anschließend vergräbt sich Ingo in seinen Matheunterlagen, er muss in den nächsten Tagen eine Klausur schreiben. Als er sich abends wieder auf Facebook einloggt, ist sein Posting durch die Decke geschossen. Mehr als 1000 Nutzer haben es geteilt, die Leute sind fasziniert von der Geschichte - und sie wollen mit ermitteln. In den folgenden Tagen bekommt Ingo mehr als 200 Facebook-Nachrichten. Einige schreiben einfach nur, wie witzig sie die Fotogeschichte finden und wünschen viel Glück bei der Verbrecherjagd. Andere geben Technik-Tipps, wie er den Standort seines Handys orten könne - die leider alle nicht funktionieren. Und manche meinen, den Tattoo-Mann schon mal in dieser und jener Bar gesehen zu haben. Einer behauptet sogar: "Ich kenne den Typen, der hat mir mein Handy auch geklaut". Einen Namen oder eine Adresse weiß aber niemand.

Schließlich wird auch die Polizei auf die Facebook-Fahndung aufmerksam. Sie rät Ingo dringend, die Fotos aus dem Netz zu nehmen, damit er sich nicht wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten strafbar macht. "Das war's dann wohl", denkt Ingo und nimmt die Fotos offline. Doch da meldet sich ganz aufgeregt eine Frau, die den Mann zweifelsfrei am Düsseldorfer Hauptbahnhof gesehen haben will. Ingo ruft sofort die Polizei an, die könnten doch einen Streifenwagen vorbeischicken, Fotos des Verdächtigen lägen schließlich vor. Die liegen allerdings irgendwo auf einem Polizei-Rechner und nicht im Streifenwagen, denn zur Fahndung ausgeschrieben ist der Mann ja nicht.

Ob Ingo das Handy doch noch wiederbekommt? Die Düsseldorfer Polizei hat den Fall noch nicht zu den Akten gelegt, man verfolge verschiedene Ermittlungsansätze, sagt der Sprecher ganz allgemein. Ingo fühlt sich mit der Geschichte mittlerweile ein bisschen unwohl. Er vermutet, dass die Foto-Familie irgendwo in der größeren Nachbarschaft wohnt. Sie könnte ihm also irgendwann mal über den Weg laufen. "Ich hätte zwar gerne mein Handy wieder, aber eigentlich will ich dem Typen nie begegnen", sagt Ingo. Er will sich jetzt erst Mal ein neues Handy kaufen.

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Daniel Bakir
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(