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Shitstorm auf Facebook: Wie das Reformhaus die Homo-Hass-Vorwürfe abschüttelt

Die in Reformhäusern ausgelegte "Reform-Rundschau" wettert gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben. Jetzt kämpfen die Reformhäuser gegen den Shitstorm - und das sehr erfolgreich.

Die monatlich erscheinende "Reformhaus-Rundschau" bringt einen Text von Dr. Rosen, der bitte gegen Schwule und Lesben hetzt.

Die monatlich erscheinende "Reformhaus-Rundschau" bringt einen Text von Dr. Rosen, der bitte gegen Schwule und Lesben hetzt.

Reformhaus, das klingt nach bewusster Ernährung. Nach Gesundheit. Hier kaufen Menschen ein, die sich nicht mit Mist vollstopfen wollen, sondern auf ihren Körper achten. Das Reformhaus wirkt wie der Vorläufer der Bio-Supermärkte, wie die Großmutter aller Dinkelbäcker. Reformhaus ist gut.

Zumindest bis jetzt. Denn in der aktuellen Ausgabe der "Reform-Rundschau", einer Umsonst-Zeitschrift, die in den Reformhäusern ausliegt, ist ein Artikel abgedruckt, der gerade einen Shitstorm über Facebook aufziehen lässt. In dem Text lässt sich ein Dr. Jürgen Freiherr von Rosen darüber aus, dass Homosexualität "gegen die Natur" sei. Wörtlich schreibt er: "Wenn heute auf die Homosexualität so großer Wert gelegt wird und sogar 'Ehen' zwischen Homosexuellen geschlossen werden, so ist das ein Verstoß gegen das universelle Gesetz von Yin und Yang bzw. das Gesetz der Polarität." Nur ein Textzitat von Rosen, doch der Arzt argumentiert im Text munter weiter, dass Schwule und Lesben nicht gleichberechtigt leben dürften. Und: Er eröffnet, dass die Natur sich gegen Homosexualität wehren werde. "Ein Verstoß gegen ein Universalgesetz führt immer zu einer Gegenreaktion der Natur", zitiert "Queer" den Autor. "Also wird auch bei diesem Verstoß eine entsprechende Gegenreaktion auftreten, wobei wir noch nicht wissen, wie diese aussehen wird".

Reformhäuser wehren sich

Im Netz kochte die Wut schnell hoch. Allgemeine Boykott-Aufrufe gegen Reformhäuser machten die Runde, auf Facebook verbreitete sich die Meldung rasend schnell. Zeit für das Unternehmen Reformhaus zu reagieren. In einer öffentlichen Stellungnahme entschuldigte sich der Vorstand für den Artikel, wies aber auch darauf hin, dass die Reformhäuser keinen Einfluss auf die Inhalte der "Reform-Rundschau" hätten. "Die Reformhausbranche ist eine moderne, weltoffene Branche", ist dort zu lesen. "Deswegen distanzieren wir uns in aller Deutlichkeit von homophoben Haltungen und Äußerungen jeglicher Art."

Shitstorm abgewendet

Das Magazin wird von Vital Medien produziert und dann in den Reformhäusern ausgelegt. Das Reformhaus-Unternehmen selbst hat redaktionell keinen Einfluss. Nun rudert auch Vital Medien zurück, berichtet "Queer". "Der Beitrag war polemisch und hätte in dieser Form nicht veröffentlicht werden dürfen", schreibt Geschäftsführer Frank Höpping. "Dafür übernehme ich persönlich die Verantwortung und entschuldige ich mich bei Ihnen in aller Form. Es ist weder meine Absicht noch die Absicht der Redaktion, Gefühle anderer Menschen zu verletzen oder gar jemandes Lebensweise zu diskreditieren."

Online ist der Text der "Reform-Rundschau" inzwischen nur noch in einer gekürzten und deutlich entschäften Variante abrufbar. Viele Reformhäuser wollen das Magazin künftig nicht mehr auslegen. Und im Netz? Da nimmt man das große Sorry wohlwollend auf. "Sehr gute Reaktion, hatte mich schon gewundert. Cool", schreibt ein User.

Katharina Grimm
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.