HOME

FachkräftemangelMinisterium wirbt mit Flyer: Brandenburg will Pädagogen aus Polen anwerben

Um den wachsenden Bedarf an Lehrkräften und Erziehern in den nächsten Jahren aufzufangen, will die Landesregierung Brandenburg in Zukunft gezielt polnische Bewerber einstellen. Viele Pädagogen und Lehrer stehen kurz vor dem Ruhestand, es fehlt an Nachwuchs aus dem eigenen Land.

Lehrer Fachkräfte Polen Brandenburg

In den Schulen Brandenburgs wird in Zukunft stark auf polnisch-stämmige Lehrkräfte gesetzt (Symbolbild).

Picture Alliance

Das Problem des Fachkräftemangels in Deutschland ist bekannt. In Brandenburg scheint auch der Bildungssektor wesentlich unter fehlendem Nachwuchs aus dem eigenen Land zu leiden. Viele Pädagogen gehen demnächst in Pension, der Bedarf an Fachkräften steigt rasant an. Um die steigende Nachfrage zu decken, will das brandenburgische Bildungsministerium in Zukunft vermehrt auf polnische Bewerber in Bildungs-, Kinder und Jugendeinrichtungen setzen. Das geht Medienberichten zufolge aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken im Landtag Brandenburg hervor.

Für das Projekt mit dem Titel "Polnische Erzieherinnen und Erzieher in Brandenburger und polnischen Kitas" wird demnach für die EU-Förderperiode 2020 geprüft, ob entsprechende Gelder zur Verfügung gestellt werden können. Für Bewerber aus Polen seien neben einer beruflichen Qualifizierung vor allem deutsche Sprachkenntnisse erforderlich, heißt es in der Antwort des Landtages. 

Brandenburgs Bildungsministerium wirbt mit Flyer im Grenzgebiet

Um potenzielle Bewerber aus Polen zu erreichen, hat das Bildungsministerium Brandenburg offenbar im Grenzgebiet Flyer ausgeteilt. Darin werbe Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) unter anderem mit sicheren Arbeitsplätzen sowie einer guten Bezahlung bei einem Beschäftigungsverhältnis in Brandenburg. Dringend benötigt werden den Berichten zufolge vor allem Grundschullehrer, aber auch Lehrkräfte für weiterführende Schulen und Förderschulen. In vielen Kitas sind ebenfalls polnisch-stämmige Erzieher beschäftigt, insbesondere in den Tagesstätten mit deutsch-polnischem Schwerpunkt. Wer einen beruflichen Abschluss in Polen erworben hat, müsse zunächst eine Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss prüfen lassen.

Wer hingegen in einer Kindertagespflegeeinrichtung arbeiten möchte, braucht neben der sprachlichen und beruflichen Qualifikation zusätzlich eine Pflegeerlaubnis. Nach Angaben des Ministeriums waren den Berichten zufolge Ende Mai bereits 122 Pädagogen polnischer Herkunft in den öffentlichen Schulen Brandenburgs beschäftigt. Die meisten davon im Einzugsgebiet Frankfurt (Oder). Für Pädagogen, die in Polen nur ein Unterrichtsfach studiert haben, gebe es die Möglichkeit. in Brandenburg ein zweites Studienfach zu studieren und die Befähigung für ein Lehramt zu erwerben. So sei auch die Beschäftigung in einem Beamtenverhältnis möglich.

Quellen: "Potsdamer Neueste Nachrichten", "Berliner Morgenpost"

Eine Überwachungskamera filmt die Situation in einem Schultreppenhaus, nachdem ein Lehrer dort Munition fand, die er selbst platziert hatte.
fk