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Fall Gammy Thailand verbietet Geschäft mit Leihmüttern


Die thailändischen Behörden reagieren auf den Fall Gammy: Kommerzielle Geschäfte mit Leihmüttern sollen per Gesetz verboten werden. Kinder dürfen demnach nur noch für Verwandte ausgetragen werden.

Nach der Kontroverse um Baby Gammy reagieren die Behörden in Thailand: Kommerzielle Leihmuttergeschäfte sollen gesetzlich verboten werden. "Das Gesetz wird vor Ende des Jahres in Kraft treten", sagte der Chef der Rechtsabteilung im Ministerium für öffentliche Gesundheit, Chatree Pinyai. Eine schnellere Umsetzung sei nicht möglich.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Leihmütter nur noch Kinder für Verwandte austragen dürfen. Sie dürfen auch nicht bezahlt werden. Bislang sind Leihmüttergeschäfte in Thailand nicht ausdrücklich verboten. Rund 2000 ausländische Paare erfüllen sich nach Schätzungen den Kinderwunsch jedes Jahr mit Leihmüttern in Thailand.

Spenden für Gammys Behandlung

Der Fall Gammy hat weltweit Empörung und eine Debatte über Leihmuttergeschäfte ausgelöst. Die biologischen Eltern hatten ihren Sohn mit Down Syndrom und einem Herzfehler Anfang des Jahres bei der thailändischen Leihmutter zurückgelassen. David und Wendy Farnell nahmen nur dessen gesunde Zwillingsschwester Pipah mit zurück nach Australien.

Die Leihmutter wandte sich Ende Juli an die Presse, weil sie kein Geld für Gammys Behandlung hatte. Nach einem Spendenaufruf in Australien kam das Geld für seine Versorgung schnell zusammen.

Mysteriöser Fund von neun Babys in Bangkok

Ein weiterer Fall beschäftigt seit kurzem die thailändischen Behörden: Nachdem in einer Wohnung in Bangkok neun Babys und Kleinkinder ohne Hinweise auf deren Herkunft entdeckt wurden, leitete die Polizei Ermittlungen ein. Die neun Kinder waren ohne Dokumente im Beisein von einer schwangeren Frau und neun Kindermädchen entdeckt worden. DNA-Tests sollten nun Klarheit schaffen, erklärte die Polizei.

Ermittelt werden soll vor allem, ob die Babys von Leihmüttern ausgetragen wurden. Die Tests könnten mehrere Wochen dauern. Nach Angaben der Polizei gab die schwangere Frau in der Wohnung an, selbst eine Leihmutter zu sein. Die Kindermädchen bekamen demnach umgerechnet 230 Euro monatlich, um sich um die Kleinen zu kümmern.

Ein in der Wohnung anwesender thailändischer Anwalt gab wiederum an, einer seiner Mandanten, ein wohlhabender Japaner, sei der Vater aller neun Kinder. Die Behörden schätzten das Alter der Kinder auf zwischen zwei Wochen und zwei Jahren.

kis/DPA DPA

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