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Fall Jeremie: Kinderhilfe-Chef entsetzt über Hamburger Jugendamt

Seit Tagen sucht die Polizei nach dem elfjährigen Ausreißer Jeremie. Im neuen stern erhebt Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, schwere Vorwürfe gegen die Behörden.

Von Anette Lache

Er lebte in einem Zirkusunternehmen bei Pflegeeltern. Dann machte sich Jeremie auf und davon, seit einer Woche sucht ihn die Polizei. Der Fall des ausgerissenen Elfjährigen stellt Polizei und Behörde vor ein Rätsel und wirft die Frage auf, wer die Schuld an seinem Verschwinden trägt. Georg Ehrmann von der deutschen Kinderhilfe kritisiert in diesem Zusammenhang die Methoden deutscher Jugendämter.

"Dieser schwer traumatisierte Junge, der schon als Kind Straftaten beging, hätte nicht im Zirkus untergebracht werden dürfen", sagte Ehrmann dem stern. "Offenbar wurde er einfach in diesen Zirkus gesteckt, und in Hamburg dachte man: Ein Problem weniger. Eine unverantwortlich Vorgehensweise."

Jeremie hätte in eine stationäre Einrichtung gehört

Das Jugendamt Hamburg-Mitte hatte den Jungen vor zwei Jahren in die Obhut einer Zirkusfamilie gegeben. Von der drogenabhängigen Mutter bekam er über die Muttermilch Heroin, seinem Großvater wird vorgeworfen, das Kind geschlagen zu haben, was dieser allerdings dementiert. Jeremie war polizeibekannt. Der Junge hätte in eine stationäre Einrichtung gehört, in der intensiv mit ihm gearbeitet wird, erklärt Ehrmann. Der Experte ist davon überzeugt, dass das Jugendamt den Jungen zu spät aus der Familie nahm und danach die falschen Maßnahmen ergriff. "Jeremie ist ein Fall, der exemplarisch zeigt, wie sich das System an einem Kind versündigt." Er forderte einheitliche Qualitätsstandards in der Jugendhilfe.

In Deutschland sei es immer noch Glückssache, ob ein Kind aus einem Umfeld wie das von Jeremie frühzeitig unterstützt werde und so eine echte Chance bekomme, sagte Ehrmann dem stern: "In der Jugendhilfe kann jedes Jugendamt machen, was es will. Und noch dazu übertragen die Jugendämter Aufgaben an freie Träger, die dann auch wieder weitgehend machen, was sie wollen, weil sie nicht ausreichend kontrolliert werden."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.