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Fall Kampusch: Natascha will weg aus Österreich

Das 19-jährige Ex-Entführungsopfer Natascha Kampusch denkt über einen Umzug ins Ausland nach - zumindest zeitweise. Nachdem zuletzt private Details ihrer achtjährigen Gefangenschaft in den Medien enthüllt worden waren, wolle sie "derzeit nichts mehr ausschließen."

Die letzten Wochen waren für Natascha Kampusch nicht einfach: Zuletzt verging in Österreich kein Tag, ohne dass die Medien intime Details aus den Ermittlungsakten veröffentlichten. Dabei geht es um angebliche Sex-Fotos und Verschwörungstheorien über mehrere Täter. Die heute 20-Jährige werde dadurch - knapp zwei Jahre nach ihrer Flucht aus achtjähriger Gefangenschaft im niederösterreichischen Strasshof - wieder zum Opfer gemacht.

"Ich bin ja einiges gewohnt", schildert Kampusch in einem großen Interview mit der österreichischen Boulevardzeitung "Krone" ihr Entsetzen über die ständige Berichterstattung. "Aber dann noch Opfer der schmutzigen Gier des Boulevards zu werden, ist ein neuer Schlag in die Magengrube", heißt es weiter.

"Derzeit steht die Bewältigung der aktuellen Situation im Vordergrund", so Kampusch im "Krone"-Interview. Wenn sich die Lage beruhigt, wolle sie wieder zur Tagesordnung übergehen. Demnächst plant ein Privatsender eine Talkshow mit der 20-Jähren. Derzeit sei allerdings an eine konzentrierte Arbeit "nicht wirklich zu denken", so Kampusch im Interview: "Nach den ganzen Meldungen der letzten Tage ist meine Stimmung ziemlich auf dem Tiefpunkt."

Wollte ohnehin einige Zeit ins Ausland

Kampusch nahm auch zu Gerüchten Stellung, sie würde bei weiteren Verletzungen ihrer Privatsphäre ans Auswandern denken. "Obwohl ich gerne hier lebe, kann ich derzeit nichts ausschließen. Aber davon abgesehen, möchte ich einige Zeit ohnedies im Ausland verbringen", erklärte die junge Frau.

spi
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