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Staatsanwaltschaft bestätigt: DNA von NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt bei Peggys Skelett entdeckt

Was hatte der NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt mit der verschwundenen Peggy zu tun? Wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichten, sind DNA-Spuren von Böhnhardt an Peggys Leichenfundort entdeckt worden.

Ein Gedenkstein für Peggy und der NSU-Terrorist Böhnhardt: Wie passen die beiden Fälle zusammen?

Ein Gedenkstein für Peggy und der NSU-Terrorist Böhnhardt: Wie passen die beiden Fälle zusammen?

Am Fundort der ermordeten Peggy wurden DNA-Spuren eines NSU-Terroristen gefunden. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth und das Polizeipräsidium Oberfranken haben mehrere übereinstimmende Medienberichte dazu bestätigt. Zuerst hatte die "Bild-Zeitung" darüber berichtet. Dem "Bild"-Bericht zufolge gibt es Spuren des NSU-Mannes Uwe Böhnhardt an den sterblichen Überresten des Mädchens. Die Polizei bestätigte zunächst lediglich, dass DNA-Spuren am Fundort der Leiche entdeckt wurden.

Peggys Skelett war im Juli in einem Waldstück in Thüringen entdeckt worden. Das Mädchen war im Mai 2001 im Alter von neun Jahren in Lichtenberg in Bayern verschwunden.


Fast alle Fragen im Fall Peggy sind ungeklärt

Der Fall Peggy ist seit 15 Jahren ein großes Rätsel. Fast alle wichtigen Fragen sind noch offen. Klar ist bislang bloß, dass das Mädchen tot ist - vermutlich getötet durch Gewalt. Bislang ist kein Täter gefasst, doch während der Ermittlungen wurde nach und nach aufgedeckt, dass es in Peggys jungem Leben gleich mehrere obskure Männer gab. Über mögliche Zusammenhänge zwischen dem Mordfall Peggy und den rechtsradikalen Terroristen des Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) war bisher nichts bekannt.

Der NSU-Terrorist Böhnhardt ist seit November 2011 tot. Der NSU wird für eine Mordserie mit zehn Toten verantwortlich gemacht, außerdem für zwei verübten Bombenanschläge. Die Opfer waren vorwiegend Migranten. Neben Böhnhardt gehörten dem NSU Uwe Mundlos sowie Beate Zschäpe an, die derzeit in München vor Gericht steht. 2011 hatte Mundlos, als ihnen die Polizei auf der Spur war, nach dem bisherigen Ermittlungsstand offensichtlich Böhnhardt erschossen und sich dann selbst getötet.

Die Ermittlungen zum NSU-Prozess beleuchteten auch Tino B., der 2014 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen, Beihilfe zu sexuellem Missbrauch und Förderung von Prostitution in 66 Fällen verurteilt wurde.

jen/feh / DPA
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