Familiendrama Behinderte verdurstet neben ihrem Mann


Eine schwerbehinderte Frau ist qualvoll verdurstet - neben dem eigenen Ehemann. Dieser war offensichtlich schon vor Tagen eines natürlichen Todes gestorben. Die Frau war offenbar nicht in der Lage, Hilfe zu holen.

Eine Frau im Rollstuhl ist vermutlich qualvoll neben ihrem bereits gestorbenen Mann verdurstet, weil niemand anderes vom Tod des Partners erfahren hatte. Rettungskräfte entdeckten die Leiche der 56-jährigen, schwerbehinderten Frau und ihres 62-jährigen Mannes am Mittwoch in der Wohnung des Paares in Pinneberg in Schleswig-Holstein. Der Mann sei offensichtlich einige Tage zuvor eines natürlichen Todes gestorben, teilte die Polizei mit. Die an der Nervenerkrankung Multiple Sklerose leidende Frau sei offensichtlich nicht in der Lage gewesen, Hilfe zu holen, nachdem ihr Mann gestorben war.

Seit Tagen nicht mehr gesehen

Alarmiert hatte die Polizei ein Mann, der für das Paar Behördengänge erledigen sollte. Er hatte recherchiert, dass der Mann und die Frau seit dem 3. Juni nicht mehr gesehen worden waren. Die genaue Ursache und den Zeitpunkt des Todes der beiden soll jetzt eine gerichtsmedizinische Untersuchung klären. Ob die Frau infolge ihrer Behinderung nicht in der Lage war, laut um Hilfe zu rufen oder zu telefonieren, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Nachbarn hätten nichts bemerkt, das Paar habe in einem einzeln stehenden Haus gewohnt, sagte Polizeisprecher Frank Lassen. Die Ergebnisse werden nach Polizeiangaben frühestens an diesem Freitag erwartet.

DPA/AP AP DPA

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