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Familiensynode in Rom: Was der Papst zu Scheidung, Abtreibung und Homosexuellen sagt

Die Familiensynode in Rom berät zu Themen rund um Ehe und Familie. Doch wie denkt der Papst über Themen wie Scheidung, Abtreibung und Homosexuelle? 

Der Papst Franziskus im Vatikan

Äußert sich wechselhaft zum Umgang mit Homosexuellen und Wiederverheirateten: Papst Franziskus

Bei der Familiensynode in Rom prallen auch zwei Lager aufeinander: Das der Reformer, die sich bei heiklen Themen eine Öffnung wünschen, und das der Konservativen. Beide Seiten beanspruchen für sich, dass Papst Franziskus ihre Anliegen unterstütze. Und tatsächlich lassen die bisherigen Aussagen des Argentiniers zu heiklen Themen wie dem Umgang mit Homosexuellen und Wiederverheirateten viel Interpretationsspielraum. Eine Übersicht:

Zur Ehe zwischen Mann und Frau: "Das ist der Traum Gottes für sein geliebtes Geschöpf: zu sehen, dass es sich verwirklicht in der Vereinigung der Liebe zwischen Mann und Frau, glücklich auf dem gemeinsamen Weg, fruchtbar in der gegenseitigen Hingabe."

(In seiner Predigt zur Eröffnung der Familiensynode im Oktober 2015)

Zur Vereinfachung von Ehe-Nichtigkeitsverfahren: "Aber es ist keine Scheidung, weil die Ehe unauflöslich ist. Und das kann die Kirche nicht ändern."

(Während des Rückflugs aus den USA im September 2015)

Zu wiederverheirateten Geschiedenen: "Das Problem der zweiten Ehen, der Geschiedenen, die wieder heiraten. Wenn man dies zur Diskussion stellt, scheint es mir etwas einfach zu sagen, dass die Lösung für diese Menschen ist, dass sie die Kommunion empfangen können. Das ist nicht die einzige Lösung."

(Während des Rückflugs aus den USA im September 2015)

Zu Scheidung und Abtreibung: "Der Beichtstuhl ist kein Folterinstrument, sondern der Ort der Barmherzigkeit (...). Ich denke auch an die Situation der Frau, deren Ehe gescheitert ist, in der sie auch abgetrieben hat. Jetzt ist sie wieder verheiratet, ist zufrieden und hat fünf Kinder. Die Abtreibung belastet sie und sie bereut wirklich. Sie will als Christin weiter gehen. Was macht der Beichtvater?"

(In einem Interview im September 2013)

Zum Umgang mit Homosexuellen: "In Buenos Aires habe ich Briefe von homosexuellen Personen erhalten, die "soziale Wunden" sind, denn sie fühlten sich immer von der Kirche verurteilt. Aber das will die Kirche nicht."

(Im September 2013)

"Wenn jemand schwul ist und er den Herrn sucht und guten Willen zeigt, wer bin ich, das zu verurteilen."

(Im Juli 2013 auf dem Rückflug von seiner Reise nach Brasilien)

"Die Synode hat über die Familie und Homosexuelle in Beziehung zu ihren Familien gesprochen, weil das eine Realität ist, der wir begegnen"

(Im Dezember 2014 im Interview mit der Zeitung "La Nación")

fin / DPA