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Farce im Schützenverein: Homosexueller Schützenkönig muss allein weiterschießen

Zuerst sollte der Lebenspartner des Schützenkönigs Dirk Winter nicht Schützenkönigin werden. Nun soll er nicht mit zum Bundeskönigsschießen. Die Geschichte aus Münster scheint noch nicht zu Ende.

Es hört sich an wie ein Bericht aus dem lange verschüttet gelaubten Schilda: Nachdem der christlich-konservative Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften den homosexuellen Schützenkönig Dirk Winter aus Münster gebeten hatte, seinen Lebenspartner nicht zur Schützenkönigin zu machen, war die Aufregung so groß wie das Sommerloch. Legte sich aber auch so schnell wieder, wie der Sommer in diesem Jahr endete. Doch nun gibt es letzte Zuckungen.

Winter ist zum Bundeskönigsschießen eingeladen worden, und will auch teilnehmen - allerdings ganz im Sinne der Traditionen des historischen Verbandes, dem er angehört, ohne seinen Lebenspartner mitzubringen.

"Keine weitere Person"

Die Spracheregelung ist wieder die gleiche: Es sei keine Bedingung, sondern eine Bitte, sagte der Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

In einer Erklärung des Verbandes heißt es ganz offiziell, Winter werde beim Bundeskönigsschießen im ostwestfälischen Harsewinkel im September "unterstützt durch seine Bruderschaft Sankt Wilhelmi" teilnehmen. Auf Nachfrage betonte der Verbandssprecher: "Da ist von keiner weiteren Person die Rede."

Winter selbst gibt sich pragmatisch. So sehe die Absprache mit dem Bund aus, sagte er am Donnerstag. "Wenn ich Bundeskönig oder Diözesankönig werden sollte, gehe ich allein auf die Bühne."

sal/dpa / DPA