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Fast 14 Tage nach Tsunami: Schweinswal aus Reisfeld gerettet

Er wurde mit dem Tsunami an Land gespült: In Japan hat ein Schweinswal die Katastrophe in einem überfluteten Reisfeld überlebt. In Decken eingepackt wurde der kleine Meeressäuger inzwischen wieder an die Küste gebracht.

Inmitten der Zerstörung im japanischen Katastrophengebiet ist ein kleiner Schweinswal gerettet worden, den der Tsunami vor knapp zwei Wochen zwei Kilometer ins Land gespült hatte. Ein Radfahrer habe das Tier in einem überfluteten Reisfeld bei Sendai entdeckt, berichtete am Mittwoch die Tageszeitung "Asahi Shimbun" in ihrer Online-Ausgabe.

"Sofort als ich ihn sah, wusste ich, dass ich etwas unternehmen muss", berichtete Masayuki Sato. "Schließlich ist der kleine Wal ja auch ein Tsunami-Opfer." Sato alarmierte einen Tierarzt, der sich seit der Katastrophe am 11. März vor allem um Katzen und Hunde kümmert, die ihre Halter verloren haben.

Wal mit der Hand gefangen

"Da liegt ein Delfin im Reisfeld", rief Sato in Verwechslung des Tieres dem Tierarzt Ryo Taira per Telefon zu. Dieser eilte mit mehreren Freiwilligen zu dem Reisfeld. Zunächst versuchten die Helfer, mit Hilfe einer herumliegenden Matratze und von Autoteilen eine Art Krankentrage zu bauen. Es gelang ihnen aber nicht, das Tier mit einem Netz einzufangen.

Schließlich watete Taira dem Bericht zufolge in das Reisfeld und barg den kleinen Schweinswal in seinen Armen. Die Helfer packten ihren "Patienten" in nasse Decken und fuhren ihn mit dem Auto so schnell wie möglich zur Küste, wo er wieder ins Meer entlassen wurde.

be/AFP / AFP