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Feiertagspost: Osterhase bekommt Zweitwohnung

Gerade sind die Weihnachtsbäume entsorgt, da bereitet schon der Osterhase seinen Einsatz vor: An zwei Adressen können Kinder zukünftig ihre Osterpost in Deutschland schicken. Und: Das Langohr antwortet bestimmt.

Kaum ein paar Wochen ist es her, dass in den sieben Weihnachtsmann-Postfilialen Deutschlands die letzten Briefe verschickt wurden. Nun hat bereits der Osterhase die Bleistifte gespitzt, um eingehende Post zu beantworten. Im niedersächsischen Ostereistedt, gelegen zwischen Hamburg und Bremen, hat Meister Lampe schon seit mehr als 25 Jahren eine Adresse. Lange Zeit war es das einzige Büro des Osterhasen in Deutschland - bis 2005 auch in der sächsischen Gemeinde Eibau bei Zittau ein Postamt für den fleißigen Gesellen eingerichtet wurde.

31 500 Zuschriften gingen 2007 in Ostereistedt ein, mit stets leicht steigender Tendenz in den Jahren zuvor, sagt die Sprecherin der Deutschen Post für Niedersachsen, Maike Wintjen. Die Anschrift in der Oberlausitz muss erst noch bekannter werden: 1300 Briefe erhielt der Eibauer Osterhase im vergangenen Jahr. Anders als sein niedersächsischer Kollege kann er allerdings nicht auf die tatkräftige Unterstützung der Post bauen. In Zeven, unweit von Ostereistedt, hat das Unternehmen ein Büro eingerichtet, wo bis zu zehn Helfer Briefe von Kindern beantworten. "Wir sind bei den Vorbereitungen, damit das Team am 25. Februar beginnen kann", sagt Wintjen. Ostersonntag und Ostermontag fallen in diesem Jahr auf den 23. und 24. März.

Jedes Kind bekommt eine Antwort

Die Initiative für das Osterhasen-Postamt in Eibau ging vom Kinder- und Jugenderholungszentrum "Querxenland" in Seifhennersdorf aus. Aus eigener Kraft sorgt die Einrichtung dafür, dass jeder Schreiber eine Antwort erhält. In Spitzenzeiten kurz vor Ostern gehen dem Osterhasen dabei fünf Helfer zur Hand. Die erste Post trifft in der Regel kurz nach Weihnachten ein. "Kinder schicken Wunschzettel oder selbst gemalte Bilder", erzählt "Querxenland"-Mitarbeiterin Anja Wauer. Zuschriften gab es schon aus Norwegen, Großbritannien und Irland.

Wer sich immer gefragt hat, wie der Osterhase wohnt, bekommt in Seifhennersdorf eine Antwort. In einem Bungalow haben Osterhase "Olli" und seine Frau "Lotti" eine Zwei-Raum-Wohnung gemietet. Am 1. Februar zieht das Paar ein. Besucher können nicht nur einen Blick durchs Fenster werfen, sondern nach Anmeldung sogar Wohnstube und Werkstatt ansehen.

Weniger Oster- als Weihnachtspost

Das "Querxenland" wird nicht locker lassen, bei der Post immer wieder um Unterstützung für das Osterhasenbüro in Eibau zu bitten. "Das Budget für eine solche Maßnahme muss aber vorhanden sein", sagt Postsprecherin Wintjen. Eine Briefflut wie zu Weihnachten ist zu Ostern zwar nicht zu erwarten. Allein im einzigen ostdeutschen Weihnachtsmann-Postamt im brandenburgischen Himmelpfort gingen im Vorjahr 280.000 Zuschriften aus aller Welt ein. Wenn sich jedoch die Anschrift des Eibauer Osterhasen herumspricht, kann das für das ostsächsische Postamt schon bald Andrang bedeuten.

Erste Erwähnungen des Osterhasen gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Ihm wurde angedichtet, Eier zu legen und zu verstecken. Sie galten als Fruchtbarkeitssymbol. Vor allem in bürgerlich- evangelischen Häusern gehörte der Brauch des Suchens und des Findens von Eiern zum Osterfest dazu. Heute bringt der Osterhase auch Süßigkeiten und kleine Geschenke.

DPA / DPA