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Nach Anfeindungen: So setzt sich ein Feuerwehrmann auf Facebook für Flüchtlinge ein

Die Feuerwehr aus Neumünster hat geholfen, eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. Dafür wurde sie heftig angefeindet. Jetzt hat sich einer der Helfer mit einem nachdenklichen Text zu Wort gemeldet.

In dieser Turnhalle in Neumünster sind provisorisch Flüchtlinge untergebracht

Die Freiwillige Feuerwehr richtete diese Turnhalle in Neumünster für Flüchtlinge ein

Wochenlang spielten sich im sächsischen Freital widerliche Szenen ab. Ein wütender Mob protestierte mit ausländerfeindlichen und rassistischen Parolen gegen Flüchtlinge, die in dem kleinen Städtchen bei Dresden untergebracht wurden. Mittlerweile sind es knapp 300 Menschen, die ein ehemaliges Hotel bezogen haben. Gegendemonstranten bekamen immer wieder die Wut der Rassisten zu spüren, mehrfach wurden sie von mutmaßlichen Rechten angegriffen.

Auch die Freiwillige Feuerwehr in Neumünster hat diesen Hass zu spüren bekommen. Die Kameraden halfen bei der Einrichtung einer Notunterkunft für mehrere hundert Flüchtlinge - und waren daraufhin starken Anfeindungen ausgesetzt. Ein Feuerwehrmann des Löschzugs Neumünster-Stadtmitte, seit über 20 Jahren im Dienst, hat sich nun mit einem nachdenklichen Eintrag auf Facebook zu Wort gemeldet.

"Jedem helfen, der Hilfe braucht"

Der Anlass: Die Feuerwehr hatte geholfen, für die Notunterkunft Bodenplatten in der Sporthalle einer Gesamtschule zu verlegen und auf Facebook darüber berichtet. "Was dann geschah, machte die Feuerwehrleute fassungslos", schreibt Sönke Bumann. Der Protest gegen die Aktion war so heftig, dass der Eintrag schließlich gelöscht wurde.

Er sei gefragt worden, warum er Flüchtlingen helfe - er solle doch Feuer löschen. "Die Fragestellung macht mir Angst", schreibt Bumann - und stellt klar: "Als junger Mann habe ich mich damals verpflichtet, jedem zu helfen, der Hilfe braucht. Egal wo er her kommt, welche Religion dieser Mensch hat, oder wer er ist." Man helfe, ohne zu fragen warum. "Das macht die Feuerwehr aus, und darum bin ich gern im Dienst." Am Ende schreibt Bumann, er werde nun seiner kleinen Enkelin dabei zusehen, wie sie behütet in ihrem Bett schlafe - "und ich versuche mir mal vorzustellen, wie es jetzt in einem Auffanglager für Flüchtlinge wäre."

Der Eintrag erhielt bereits mehr als 8000 Likes und auch in den Kommentaren viel Zustimmung. "Worte, die Mut machen, danke!", schreibt ein Nutzer.

Ein persönliches Wort:Mein Name ist Sönke Bumann.Seit über 20 Jahren im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Neumünster...

Posted by Freiwillige Feuerwehr Neumünster Stadtmitte on Saturday, July 11, 2015


tis/kis