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Fotoprojekt "WIRGEFÜHL": Wenn Flüchtlinge ein Gesicht bekommen

Das Projekt "WIRGEFÜHL" gibt Flüchtlingen, die vor Jahren nach Deutschland kamen, eine Stimme: Wie erlebten sie die Flucht, was empfinden sie heute? Mit dabei sind auch Prominente wie Schauspieler Thomas Kretschmann und Moderatorin Palina Rojinski.

"Ich bin nicht wo hingegangen - ich bin wo weggegangen. Flüchtlinge kommen nicht zum Spaß. Flüchtlinge versuchen, sich zu retten."      Thomas Kretschmann, 53, ist Schauspieler und pendelt zwischen Berlin und Los Angeles - und macht beim Projekt "WIRGEFÜHL" mit. Er kam 1983 mit 20 Jahren von Dessau in der damaligen über die "wilde Grenze" zwischen Ungarn und Jugoslawien nach Österreich und dann nach Westberlin. 

"Ich bin nicht wo hingegangen - ich bin wo weggegangen. Flüchtlinge kommen nicht zum Spaß. Flüchtlinge versuchen, sich zu retten."


Thomas Kretschmann, 53, ist Schauspieler und pendelt zwischen Berlin und Los Angeles - und macht beim Projekt "WIRGEFÜHL" mit. Er kam 1983 mit 20 Jahren von Dessau in der damaligen über die "wilde Grenze" zwischen Ungarn und Jugoslawien nach Österreich und dann nach Westberlin. 

Es ist von Flüchtlingsquoten die Rede und von Grenzzäunen, davon, dass Deutschland nicht alle aufnehmen kann. Das Land sei jetzt schon überfordert, heißt es in der Politik oder auf Facebook. Dabei sind die Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland strömen, nicht die ersten, die hier auf eine sichere Bleibe hoffen - und auf die Möglichkeit eines Neuanfangs. 

Schon seit Jahrzehnten kommen Menschen, die vor Krieg und Elend fliehen. Sie sind längst integriert, arbeiten, einige haben Karriere gemacht. Diesen Menschen verleiht das Projekt "WIRGEFÜHL" eine Stimme und gibt ihnen ein Gesicht. Die Geschichten der Menschen berühren - wenn sie berichten, wie sie das erste Mal Erbsensuppe aßen - und schocken, wenn sie über aktuellen Rassismus sprechen. 

"Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich"

Hinter dem Projekt "WIRGEFÜHL" stecken Kreativkonzepterin Danijela Barbaric (Idee), Fotografin Johanna Brinckman (Porträts) und Journalistin Anna Schunck (Interviews). Innerhalb von einer Woche haben sie das Projekt, das nur über private Gelder und einige Sponsoren ermöglicht wurde, auf die Beine gestellt. "Die Idee war, Menschen zu porträtieren, denen man nicht sofort eine Flucht-Vergangenheit zuordnen würde. Diese Männer und Frauen sprechen zum Teil besser Deutsch und identifizieren sich mit unserem Land stärker als manche gebürtige Deutsche. Sie tragen etwas sehr positives zu Deutschland bei und sind Kämpfernaturen. Es ist nicht einfach seinen Weg zu gehen, wenn man wie sie aus ihrer Heimat gerissen wird", sagt Barbaric über das Projekt, das auch die "Argumente" der Asylgegner entkräften und animieren soll zu helfen. "Wir sind der festen Überzeugung, dass Frieden und Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind. Wer das Glück hat mit beidem aufgewachsen zu sein, sollte etwas abgeben und ein gutes Gefühl weitergeben - eben ein Wirgefühl", so die Macherinnen des Projekt

Von:

Von Anna Schunck und Katharina Grimm