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Terror gegen Flüchtlinge: Wieder Nazirandale in Heidenau

Die zweite Nacht in Folge haben Neonazis das Flüchtlingsheim in Heidenau angegriffen. Sie warfen Bierflaschen und Böller auf Polizisten, die den alten Baumarkt beschützten.

Jagdszenen zwischen Polizei und Neonazis in Heidenau

Rund 150 Neonazis haben in der Nacht zum Sonntag wieder das Flüchtlingsheim angegriffen

Erneut ist es vor dem Notquartier für Flüchtlinge in Heidenau bei Dresden zu Krawallen gekommen. Rechte Randalierer warfen am späten Samstagabend Bierflaschen und Böller auf Polizisten, die mit Schutzschildern zwischen den Angreifern und dem ehemaligen Baumarkt standen, in dem Flüchtlinge untergebracht sind. "Es waren ähnliche Szenen wie in der Nacht zuvor", sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen. Die Polizei ging gegen die teils betrunkenen Krawallmacher vor und räumte die Straße.

Ob es Verletzte oder Festnahmen gab, konnte der Sprecher nicht sagen. Zahlen und nähere Details zu dem Polizeieinsatz gebe es wahrscheinlich im Lauf des Sonntags. Er hoffe, dass die Flüchtlinge noch eine ruhige Nacht gehabt haben, fügte der Sprecher hinzu.

Rund 250 Menschen im Baumarkt

In den Abendstunden standen sich rechte und linke Demonstranten in Heidenau gegenüber. Die Lager waren durch eine Straße voneinander getrennt. Die Atmosphäre in der kleinen Stadt südöstlich von Dresden sei angespannt gewesen, formuliert es die Polizei. Es sei aber bei lautstarken Pöbeleien, Provokationen und Beleidigungen geblieben.

Bis zum Abend trafen etwa 120 neue Flüchtlinge in der Notunterkunft ein. Die vier Busse fuhren ungehindert vor das durch Zäune mit Sichtschutz abgetrennte Gelände vor dem Baumarkt. Damit sind nun rund 250 Flüchtlinge in Heidenau.

Besoffen vor Hass

In der Nacht zuvor hatten Hunderte Menschen die Zufahrt blockiert. Sie bepöbelten die Menschen, die sich gerade in Sicherheit wähnten vor Krieg, Zerstörung und Existenznot. Die Neonazis verteilten Glasscherben und Müll auf der Straße und gingen mit Flaschen und Feuerwerkskörpern auf die Polizei los.

Wie der MRD berichtet, hatten sich am Samstagnachmittag einige Flüchtlinge auf die Straße getraut und sich bei Unterstützern bedankt. Ein Mann aus Afghanistan, der die Ausschreitungen Freitagnacht beobachtet hat, sagte dem Sender, dass er nicht verstehe, was dort passiere. In Afghanistan sei die Situation schon wirklich schlimm, aber hier fühle er sich auch nicht wohl.

sal/DPA
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