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Statt Spenden Das können Sie tun, um Flüchtlingen zu helfen


Es muss nicht immer Geld sein: Nina Scharnowsky aus Sylt etwa, bringt geflüchteten Afghanen Deutsch bei. Wie sie helfen immer mehr Deutsche Flüchtlingen direkt und unbürokratisch - wir sagen wie.
Von Uli Hauser

Irgendwie peinlich, wie sie sich kennenlernten. Die Deutschen, die helfen wollten. Und die Flüchtlinge aus Afghanistan. Da saß sie nun beim ersten Treffen mit ihrem Freund, Nina Scharnowsky, 32, aus Keitum auf Sylt, und dachte sich: Komisch, wie normal die aussehen. Und die Männer dachten: Was will denn die von uns?

Die fünf Männer waren neu auf der Insel. Zugewiesen vom Festland. Als Nina Scharnowsky davon in der Zeitung davon las, dass nebenan Asylbewerber eingezogen sind, die Deutsch lernen wollen, ist sie gleich hin. Und nach anfangs irritierenden Minuten der Stille kam dann doch ein Gespräch im Gange, auf Englisch. Die Männer berichteten, dass sie für die US-Armee als Dolmetscher gearbeitet hatten und von den Taliban bedroht wurden. Usman Sultani, 22, aus Kabul erzählte vom Tod seines Vaters und dass seine Mutter gesagt habe, du musst hier verschwinden, ich habe Angst um dich. Für Nina Scharnowsky war rasch klar: Diese Männer brauchen jede Unterstützung.

"Diese Hilfe macht Spaß"

Und so gründete sie die "Integrationshilfe Sylt", mittlerweile machen 40 Helfer mit. Seitdem bieten sie jeden Tag Deutsch-Unterricht an, in vier Schwierigkeitsgraden; Ab diesem Winter wird in der Halle des TSV Westerland Fußball gespielt und es gibt Einladungen für gesellige Runden. "Diese Hilfe macht Spaß", sagt Nina Scharnowsky, "wir sind Freunde geworden."

Die Sylter gehören zu mittlerweile Tausenden Deutschen, die sehr konkret Flüchtlingen helfen. Wie auch das Hannoveraner Ehepaar Pehlke, das in ihrem Haus Flüchtlingen Platz bietet. Menschen aus dem Irak, die nur mit einem kleinen Koffer vor ihnen standen und schreckliche Geschichte erzählten aus ihrer Heimat, in der jetzt die Isis-Terroristen wüten. Klaus und Dolores Pehlke stellten ihnen gerade ererbte Wohnungen zur Verfügung und organisieren gemeinsam mit Freunden weitere Hilfen. "Wer zu uns kommt, darf solange bleiben, bis er sich in unserem Land eine eigene Existenz aufbauen kann", sagt Pehlke.

Sie bieten unbürokratische Hilfe an

  • #link;www.flüchtlinge-willkommen.de;Flüchtlinge Willkommen#
  • Unkomplizierte Hilfe bieten zum Beispiel ein paar Studenten aus Kiel und Berlin Hilfe an: Sie geben auf ihrer Internetseite konkrete Tipps für Menschen, die zu Hause Flüchtlinge aufnehmen wollen, auch in Wohngemeinschaften. In den Bundesländern ist unterschiedlich festgelegt, ob Flüchtlinge privat Platz finden können. In Niedersachsen zum Beispiel ist dies eher, in Bayern weniger möglich.

  • Dazu hat die #link;www.proasyl.de/de/news/detail/news/pro_asyl_studie_zur_unterbringung_von_fluechtlingen_in_deutschland;Hilfsorganisation Pro Asyl eine Studie veröffentlicht#.

  • #link;www.save-me-kampagne.de;Save Me#
  • Vor Jahren bereits haben über 50 verschiedene Organisationen und Flüchtlingsräte die Aktion "Save me" gestartet. Ein Ziel ist, die Zusammenarbeit von Kommunen und Flüchtlingsinitiativen zu stärken. In fast 50 Städten werden unter anderem Patenschaften für Flüchtlinge organisiert, und auch Erlebnisse wie zum Beispiel gemeinsames Kochen.

    Telefon: 069-2423142

  • Xenion
  • Ein weiteres Mentorenprojekt ist Xenion in Berlin. Die Initiatoren sorgen sich vor allem um psychosoziale Hilfen für Verfolgte und suchen Menschen, die Flüchtlingen im Alltag zur Seite stehen, zum Beispiel bei Behörden.

    Telefon: 030-3232933

  • #link;hamburg.de/fluechtinge/4384088/hamburg-hilft;Fluchtpunkt#
  • Eine ähnliche Initiative ist "Fluchtpunkt" aus Hamburg

    Telefon: 040-43250080 oder per Mail

  • Beueler-initiative-gegen-fremdenhass
  • Eine weitere Idee kommt aus Bonn und anderen Städten: Bürger haben Bürgschaften für syrische Familien organisiert.

  • Wir helfen Flüchtlingen
  • Mit dem Winter wird sich die humanitäre Katastrophe in Syrien und den Nachbarländern weiter zuspitzen. Die UN hat kein Geld mehr für Lebensmittelhilfe, Hunderttausende Menschen wohnen notdürftig in Zelten und provisorischen Unterkünften. Gemeinsam mit der Welthungerhilfe rufen 100 Prominente wie Til Schweiger oder Daniel Barenboim zu Spenden für winterfeste Zelte auf.

Am Ende gilt der alte Satz von Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es. Oder wie Nina Scharnowsky aus Keitum auf Sylt es sagen würde: Anderen zu helfen, das ist ein schönes Abenteuer.

Das Handy ist für Flüchtlinge....

... die einzige Verbindung in die Heimat, zur geliebten Frau, zum Bruder.

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Mitarbeit: Karin Stawski

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