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Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf: 700 Menschen demonstrieren gegen NPD-Kundgebung

Kein Tag ohne Demo. Eine NPD-Kundgebung vor einem neuen Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf hat erneut hunderte Gegendemonstranten auf den Plan gerufen. Politikerinnen waren mit von der Partie.

Rund 700 linke Demonstranten haben am Samstag in Berlin gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Partei NPD demonstriert. Die Demonstranten versammelten sich im Stadtteil Hellersdorf, um für das Recht auf Asyl zu protestieren, wie die Polizei mitteilte. Anlass war die Demonstration der NPD, die mit rund 150 Anhängern gegen die Eröffnung eines Flüchtlingsheims protestierte. Laut Polizei verlief die Demonstration "insgesamt friedlich".

Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, war nach Hellersdorf im Berliner Osten gekommen, um ihre Unterstützung für die Flüchtlinge zu zeigen. Der Grünen-Vorsitzende Jürgen Trittin sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag": "In Hellersdorf wiederholt sich, was wir von Rostock-Lichtenhagen bis Hoyerswerda erlebt haben." Er sei "sehr froh, dass die Polizei so präsent" sei. "Man muss klare Kante gegen Fremdenfeindlichkeit zeigen", sagte Trittin weiter. Insgesamt 400 Beamte waren in Hellersdorf im Einsatz. Einem Polizeisprecher zufolge gab es vier Festnahmen.

Nicht die erste Demonstration

Im Laufe der Woche hatte es in Berlin mehrere Demonstrationen rechter Gruppen gegen das am Montag eröffnete Flüchtlingsheim gegeben, die von massiven Gegendemonstrationen begleitet worden waren. Vier Polizisten wurden bei Ausschreitungen verletzt, einer von ihnen schwer.

In dem Flüchtlingsheim waren zunächst 40 Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Balkan untergebracht worden. Die Demonstrationen hatten eine Debatte über Asylpolitik ausgelöst.

kgi/DPA/AFP / DPA