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Behörden-Wahnsinn: Hamburg bestellt für 500.000 Euro falsche Möbel für Flüchtlingsheim

Teure Behörden-Panne in Hamburg: Die Stadt bestellt für eine Flüchtlingsunterkunft Möbel im Wert vom 500.000 Euro. Ein halbes Jahr später stellt sie fest, dass es die falschen sind - und muss neu einkaufen.

Die Hamburger CDU-Politikerin Karin Prien während einer Rede in der Bürgerschaft

Die Hamburger CDU-Politikerin Karin Prien prangert die Geldverschwendung der Stadt Hamburg bei der Errichtung von Flüchtlingsunterkünften an

Die Flüchtlingskrise ist für die Kommunen in ganz Deutschland immer noch eine große Herausforderung. Flüchtlinge brauchen eine Unterkunft, Lebensmittel und medizinische Hilfe. Tausende freiwillige Helfer leisteten und leisten zusätzlich Hilfe. Eines der größten Probleme war die zügige Bereitstellung von Unterkünften. Eine Stadt wie Hamburg nahm zu diesem Zweck auch einen leerstehenden Baumarkt in Beschlag oder errichtete im Eiltempo Quartiere aus Zelten und Containern.

Wie überfordert die Behörden in der Elbmetropole damit offensichtlich waren, zeigt der Fall einer aus rund 500 Containern bestehenden Flüchtlingsunterbringung im Stadtteil Lurup, von dem das Hamburger Abendblatt berichtet. Demnach habe eine kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karin Prien offengelegt, dass die Stadt die falschen Möbel einkauft habe - und die für eine halbe Million Euro ersetzen musste.

Unterschiedliche Zuständigkeiten der Behörden

Grund für das Chaos in der Hansestadt seien die unterschiedlichen Zuständigkeiten der Behörden, schreibt die Zeitung. Die Container-Unterkunft sei zunächst als Erstaufnahmeeinrichtung geplant gewesen, in der die Menschen höchstens ein halbes Jahr bleiben. Dafür seien Betten vorgesehen, die 90 Zentimeter breit und 1,90 Meter lang seien - und die seien bestellt worden. Zuständig für Erstaufnahmeeinrichtungen ist die Innenbehörde der Stadt.

Dann sei aber entschieden worden, aus dem Quartier eine sogenannte Folgeeinrichtung für 900 Menschen zu machen. Dort leben Flüchtlinge drei Jahre lang, zuständig ist hier die Sozialbehörde der Stadt. Und die stellt andere Anforderungen an die Möbel. Soll heißen: Ein Bett in einer sogenannten Folgeeinrichtung müsse einen Meter breit und zwei Meter lang sein.

"Ihr habt keinen Respekt vor dem Grundgesetz"

Bestellung hätte korrigiert werden können

Zwischen dem Zeitpunkt der Bestellung und dem Beschluss, statt einer Erstaufnhame eine Folgeeinrichtung zu bauen, habe nur eine Woche gelegen. "Trotzdem werden die 'falschen Möbel' zur Inneneinrichtung der Container bestellt, und die Bestellung wird nicht korrigiert", zitiert das Abendbatt Prien.

Die Folge: 960 Stahlrohr-Doppelstockbetten, 1920 Schaumstoffmatratzen, 480 Mehrzweckschränke und 1920 Stapelstühle seien entweder in andere Einrichtungen gekommen oder eingelagert worden, habe der Senat erklärt. Wie viel Geld das zusätzlich koste, gehe nicht aus der Antwort des Senats hervor.

Nicht die erste Panne in Hamburg

Hinzu komme, dass es nicht die erste Panne mit dieser Unterkunft sei. Als man sie im Oktober des vergangenen Jahres in Betrieb nehmen wollte , habe man festgestellt, dass sie die Brandschutzbestimmungen nicht erfüllt habe. Es musste erst nachgerüstet werden. Ende April könnten jetzt aber die die ersten Bewohner einziehen.